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„Soldiers for freedom, nation and blood“ Der Wandel von Anerkennungsordnungen kollektiver Gewaltausübung durch Fußballhooligans im Zuge der _GIDA-Bewegungen

Franz Erhard, Alexander Leistner, Alexander Mennicke

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Der Beitrag befasst sich mit der exemplarischen Rekonstruktion eines Wandels von Anerkennungsordnungen kollektiver Gewaltausübung. Dabei wird die These bearbeitet, dass es im Zuge der _GIDA-Bewegung zu einer gesellschaftlichen Öffnung gegenüber Gewalthandeln kommt, die etablierte Aversionsnormen übergeht. Eine besondere Rolle spielen hier Fußballhooligans, deren Gewaltexpertise im Lichte einer bei _GIDA-Demos als wehrlos dargestellten Volksgemeinschaft eine neue Legitimierung erfährt. Wir zeigen, inwiefern stellvertretende politische Gewalt zum Selbstverständnis rechtsextremer Hooliganszenen gehört, um dann nachzuzeichnen, wie dieses Handlungsmodell eines gewalttätigen Stellvertreteraktivismus von einflussreichen Teilen der _GIDA-Bewegung Bestätigung erhält und adaptiert wird. Ankerpunkt für diesen Argumentationsgang ist ein Ereignis, bei dem der Wandel in der Anerkennungsordnung kollektiver und politisierter Gewaltausübung prägnant sichtbar wird.

Schlagwörter: Fußballhooligans, LEGIDA, Politische Gewalt, Gewaltlegitimierung, Stellvertreteraktivismus

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Abstract

In this paper, we reconstruct changes in the order of accepting collective acts of violence. We elaborate the thesis that the _GIDA-movement introduced a new openness towards acts of violence thereby bypassing established social aversions that a concerned with the public display of violence. Football hooligans play a special role in this process. Their violence expertise receives a new legitimization in the light of the own ethnic community (Volksgemeinschaft) that at _GIDA-demonstrations is described to be defenceless. We show to what extent political deputy violence is part of the very self-conception of the extreme right-wing hooligan scene. That allows us to trace how this action model of deputy activism is acknowledged and adapted by influential parts of the _GIDA-movement. The anchor point of this argumentation is an event that represents concisely the change in the order of accepting collective acts of violence.

Keywords: football hooligans, LEGIDA, political violence, legitimizing violence, deputy activism

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Bibliographie: Erhard, Franz/Leistner, Alexander/Mennicke, Alexander: „Soldiers for freedom, nation and blood“ Der Wandel von Anerkennungsordnungen kollektiver Gewaltausübung durch Fußballhooligans im Zuge der _GIDA-Bewegungen, FuG – Zeitschrift für Fußball und Gesellschaft, 1-2019, S. 46-68. https://doi.org/10.3224/fug.v1i1.04


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