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Armut über Generationen. Überlegungen zur methodischen Vorgehensweise in der rekonstruktiven intergenerationalen Ungleichheitsforschung anhand einer fallexemplarischen Analyse

Petra Böhnke, Janina Zölch

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Das Aufwachsen in einer von Armut betroffenen Familie erhöht das Risiko der Kindergeneration, später selbst arm zu sein. Wir stellen die Frage, wie familiale Lebenslagen und Beziehungen sowie an sie gekoppelte Orientierungsmuster eine intergenerationale Weitergabe von Armut befördern oder helfen, diese zu durchbrechen. Dabei wollen wir zum Forschungsstand in zweierlei Weise beitragen: Zum einen reagieren wir auf die mit dem Untersuchungsgegenstand verbundenen spezifischen methodischen Anforderungen und formulieren unser konkretes Vorgehen beim ‚Inbezugsetzen‘ von Interviews mit Angehörigen unterschiedlicher Generationen aus. Zum anderen fokussieren wir nicht nur den Gleichklang und damit die Weitergabe bestimmter Orientierungsmuster, sondern auch Mechanismen der Abgrenzung. Anhand einer fallexemplarischen Analyse zeigen wir, auf welche Weise wir die mit der Eltern- und Kindergeneration geführten narrativen Interviews methodisch aufeinander beziehen und dabei sowohl die einzelnen Biographien als auch die intergenerationalen Beziehungen in den Blick nehmen. Durch den permanenten Vergleich der Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsmuster zentraler Erlebnisse und Themen der Lebensgeschichten von Mutter und Tochter einerseits und die Berücksichtigung weiterer Beziehungsnetze sowie sozialräumlicher und institutioneller Rahmungen gelingt es, explizit auch Differenzen zwischen den Generationen und konstruierte Gegenwelten aufzuzeigen, die als Abgrenzungsfolie eine wichtige Funktion übernehmen.

Schlagwörter: Armut, soziale Ungleichheit, Intergenerationalität, Familie, Fallrekonstruktionen

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Poverty across generations. Reflections about the methodological approach in reconstructive intergenerational inequality research on the basis of a case study

Abstract

Growing up in a family affected by poverty increases the probability that the next generation will also be poor. In our contribution, we ask how family circumstances and relationships as well as the associated behavioral patterns can contribute to intergenerational transmission of poverty and/ or the escape out of this transmission pattern. We would like to contribute to this research in a two-fold way: first, we will respond to the specific methodological demands associated with this and formulate practical implementation of “placing into relation” individual interviews with family members of different generations. In addition, we will focus not only on sameness and its subsequent transmission of particular behavioral patterns, but also on establishing/setting boundaries. On the basis of an exemplary analysis, we will show how the narrative interviews which we carried out with the parent and child generations methodologically refer to one another. Our complex approach of ‘placing into relation’ makes it possible to investigate the single biographies as well as the intergenerational relationships and their reciprocal effects. Especially, the omnipresent comparisons of perception, interpretation and activity patterns of important life story experiences and themes of mothers and daughters provide important findings, whereby distinct differences between the generations can be identified.

Keywords: poverty, social inequality, intergenerationality, family, case reconstructions

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Bibliographie: Böhnke, Petra/Zölch, Janina: Armut über Generationen. Überlegungen zur methodischen Vorgehensweise in der rekonstruktiven intergenerationalen Ungleichheitsforschung anhand einer fallexemplarischen Analyse, ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung, 1-2/2018, S. 181-196. 
https://doi.org/10.3224/zqf.v19i1-2.12


Literaturhinweise



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