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Inklusive Individuierung. Fallrekonstruktion einer besonderen Schul-Biographie

Hanne Handwerk

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Abstract


Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag hat das Ziel, die Bedeutung eines inklusiven schulpädagogischen Ansatzes für Prozesse der Bildung und Individuierung am Beispiel eines adoleszenten, mit gravierenden Einschränkungen belasteten Inklusionsschülers einer Freien Waldorfschule aufzuzeigen. Der dargestellte Fall steht im Kontext eines Forschungsprojekts, dessen Erkenntnisinteresse sich auf konkrete Erfahrungen der schulischen Akteure richtet, um differenzierte Erkenntnisse zu gewinnen über Möglichkeitsräume, die durch ein inklusives Schul- bzw. Unterrichtskonzept eröffnet werden können. Materiale Basis des Fallbeispiels sind Äußerungen, die im Rahmen eines nicht standardisierten Interviews mit dem Schüler aufgezeichnet wurden, um die Perspektive eines Betroffenen rekonstruieren und das objektiv Bedeutsame des Falles herausarbeiten zu können. Der Beitrag ist für alle Schulen relevant, die sich an den Vereinbarungen der UN-Behindertenrechtskonvention orientieren und ein inklusionspädagogisches Konzept längerfristig realisieren wollen, ungeachtet der das deutsche Bildungswesen kennzeichnenden Separations- und Exklusionsstrukturen.

Schlagworte: Reflexive Inklusion – Prozesse der Bildung und Individuierung – Normalität und Anderssein – Gestaltungsfreiheit im Bildungswesen

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Abstract

This essay will show the importance of an inclusive pedagogic approach for all processes of education and individuation illustrated by the example of an adolescent “inclusion”- student of a Waldorf-/Steiner School who is under strain by considerable restrictions. The example is part of a research project which investigates concrete experiences of actors in school to gain a differentiating understanding of various possibilities which may be realized by an inclusive pedagogic concept of teaching. The example is based on comments which were recorded within a non standardized interview with the student to reconstruct the perspective of an affected person and to work out the objective importance of the example. The author shows its relevance for all schools which orientate themselves towards the agreements of the UN-Convention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD) and try to realize a long term running inclusive pedagogical concept, despite of the structures of separation and exclusion which characterize the educational system of Germany.

Keywords: Reflexive inclusion – Individuation – Education of Self and Autonomy – Normality and Difference – Freedom of education

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Bibliographie: Handwerk, Hanne: Inklusive Individuierung. Fallrekonstruktion einer besonderen Schul-Biographie, ZQF, 1-2015, S. 115-139. https://doi.org/10.3224/zqf.v16i1.22857


Literaturhinweise