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Das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Bundesstaat. Das Lissabon-Urteil im Licht einer Verfassungstheorie des Föderalismus

Steven Schäller

Abstract


Schlüsselwörter: Bundesstaat, Bundesverfassungsgericht, Demokratie, Europäischer Gerichtshof, Europäische Union, Föderalismus, Volkssouveränität, Verfassungstheorie

Abstract

Die Verkündung des Lissabon-Urteils vom 30. Juni 2009 (vgl. BVerfGE 123, 267) liegt mehr als zwei Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat der Präsident des Gerichts, Andreas Voßkuhle, zu einordnenden Äußerungen der Entscheidung angesetzt (vgl. Voßkuhle 2010a; 2010b) und der Zweite Senat hat im Juli 2010 nicht die Gelegenheit genutzt, mögliche Konsequenzen des Lissabon-Urteils weiter zu vertiefen. Insbesondere die in dieser nachfolgenden Entscheidung vorgetragene abweichende Meinung von Richter Herbert Landau lässt erahnen, welche Konsequenzen das Lissabon-Urteil mit Blick auf die Hierarchie der Rechtsordnungen haben kann (vgl. BVerfG 2 BvR 2661/06, Rn. 94, 116). Es scheint also geboten, mit dem vorliegenden zeitlichen Abstand das Urteil und die sich daran anschließende kritische Rezeption zu analysieren und zu fragen, was daran rechts- und europapolitische Bestandskraft haben könnte und an welchen Stellen das Urteil Perspektiven über den tagespolitischen Moment hinaus bietet.

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Abstract

More than two years ago the Federal Constitutional Court published its renowned judgment to the Lisbon Case. In the meantime further explanatory statements of the court’s president, Andreas Voßkuhle, and a further ruling of the court offered a more modest approach to Germany’s role in Europe after the Lisbon Treaty. Thereby, the most radical interpretations of the judgment seemed to be rendered unnecessary or even misguided. Nevertheless, the judgment comprises arguments and positions which most certainly will have long-term effects for German politics. With its Lisbon Case the Federal Constitutional Court once more did not refrain from making policies while jurisprudence and political sciences focused on the shortcomings of the judgment and its negative effects for Germany and Europe. Therefore, it is necessary to ask which of the judgment’s arguments will prevail in the light of a possible future European Federal State.


Literaturhinweise



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