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Widerständige Differenz. Transnationale soziale Bewegungen zwischen gegenhegemonialer Institutionalisierung und nicht-integrativer Präfiguration

Christian Leonhardt, Martin Nonhoff

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Dass soziale Bewegungen eine transnationale Dimension besitzen können, ist nichts Neues. In Bezug auf die jüngsten sozialen Bewegungen wie Occupy Wall Street kann man diese aber nur verstehen, wenn man von einem Widerstandsbegriff ausgeht, der die von diesen Bewegungen aufgeworfene Frage zu alternativen demokratischen Praxen miteinbezieht. Hier zeigt sich, dass Widerstand zwischen den Polen gegenhegemonialer Institutionalisierung und nicht-integrativer Präfiguration oszilliert und selbst Ergebnis einer Auseinandersetzung auf einem umkämpften Bewegungsterrain ist. Die Spannung zwischen gegenhegemonialer Institutionalisierung und nicht-integrativer Präfiguration nennen wir widerständige Differenz. Diesen Begriff entwickeln wir zunächst entlang Überlegungen von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, post-anarchistischer Ansätze und ihrer gegenseitigen Kritik aneinander. Daraufhin können wir zeigen, dass sich bei den jüngsten sozialen Bewegungen die transnationale Dimension insbesondere auf die nicht-integrative Präfiguration alternativer demokratischer Lebensweisen bezieht, wohingegen sich gegenhegemoniale Institutionalisierungsprozesse von Parteibildungen bis zu general assemblies auf der lokalen Ebene niederschlagen.

Schlüsselwörter: Widerstand, soziale Bewegung, Alterglobalisierungsbewegung, Occupy Wall Street, Hegemonie, Gegenhegemonie, Post-Anarchismus, Demokratie

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Abstract

No doubt, there is a transnational dimension to social movements. To understand this dimension in the youngest social movements like Occupy Wall Street, a concept of resistance is needed which takes the question of alternative democratic action into account. Here, we can show that resistance is always oscillating between the poles of counter-hegemonic institutionalization and non-integrating prefiguration and is in itself the result of a conflict on a contested movement terrain. We call this suspense between counter-hegemonic institutionalization and non-integrating prefiguration the deviation of resistance. To develop such a term of resistance, we turn to the thoughts of Ernesto Laclau and Chantal Mouffe as well as post-anarchist approaches and both their criticism. Followed by that, we can argue that in the youngest social movements the transnational dimension deals with non-integrating prefiguration of alternative democratic modes of living, whereas on the local dimension the counter-hegemonic institutionalization is reflected in the establishment of parties or general assemblies.

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Bibliographie: Leonhardt, Christian/Nonhoff, Martin: Widerständige Differenz. Transnationale soziale Bewegungen zwischen gegenhegemonialer Institutionalisierung und nicht-integrativer Präfiguration, ZPTh – Zeitschrift für Politische Theorie, 1-2019, S. 9-27. https://doi.org/10.3224/zpth.v10i1.02


Literaturhinweise