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Republican Elements in the Liberalism of Fear

Samantha Ashenden, Andreas Hess

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Judith Shklars Liberalismus der Furcht unterscheidet sich von anderen Liberalismen. Er gewinnt seine einzigartige Prägung und Qualität durch eine lang andauernde und konsequente kritische Auseinandersetzung mit dem Republikanismus. Ihre Diskussion der gegenwärtigen Relevanz von Tugenden und Lastern, von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, die Fragen von Rechten, Repräsentation, Staatsbürgerschaft und Demokratie weisen auf ältere republikanische Einflüsse hin. Shklar war sich dennoch darüber im Klaren, dass ein unrekonstruierter Republikanismus und die republikanische Vorstellung eines tugendhaften Lebens auf moderne gesellschaftliche und politische Bedingungen nicht mehr anwendbar waren. Dies wird besonders deutlich in ihrer Diskussion über Rousseau und in ihrer Studie Ganz normale Laster. Der irreduzibel pluralistische und individualistische Charakter moderner Demokratien hat es unvorstellbar werden lassen, dass wir eine einheitliche Vorstellung des tugendhaften Lebens hegen. Shklars Betonung der positiven Freiheit, die sich kritisch gegen Isaiah Berlins Argument richtet, negative Rechte und negative Freiheit ständen im Mittelpunkt des modernen Liberalismus; ihr Beharren auf der Notwendigkeit eines gemeinsamen Geistes, wie er in ihrer Studie über Montesquieu zum Ausdruck kommt; die Notwendigkeit, in Hinsicht auf Wahl und Verdienst gleichgestellt zu sein, wie er in der amerikanischen Staatsbürgerschaft betont wird; und schließlich ihre Diskussion des sich wandelnden Charakters von Loyalität und politischer Verpflichtung in ihren letzten Harvard Vorträgen, sind allesamt Ausdruck der republikanischen Einflüsse, die in ihrem Elementarliberalismus zu erkennen sind.

Schlüsselwörter: Republikanismus, Liberalismus der Furcht, Rousseau, Tugenden und Laster, negative und positive Freiheit, Loyalität, politische Verpflichtung

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Abstract

Judith Shklar’s liberalism of fear is distinct from other liberalisms; it gains its unique imprint and quality through a long and consistent engagement with, and critical discussion of, republicanism. Her account of the contemporary relevance of notions of virtues and vices, justice and injustice, the questions of rights, representation, citizenship and democracy all point to older republican influences. However, Shklar also knew that unreconstructed republicanism and republican ideas of the virtuous life were no longer applicable to modern societal and political conditions. This becomes especially clear in her discussion of Rousseau and in her study Ordinary Vices. The irreducibly pluralist and individualist nature of modern democracy have made it inconceivable that we would all agree on what the virtuous life consists in. Shklar’s emphasis on positive liberty, critically directed against Isaiah Berlin’s argument that negative rights and negative liberty are at the heart of modern liberalism; her insistence on the need for a common spirit as distilled in her study of Montesquieu; the need for equality in terms of voting and earning as stressed in American Citizenship; and finally her discussion of the changing nature of both loyalty and political obligation in her last Harvard lectures, are all indicative of the republican elements that can be detected in her barebones liberalism.

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Bibliographie: Ashenden, Samantha: Republican Elements in the Liberalism of Fear, ZPTh – Zeitschrift für Politische Theorie, 2-2018, S. 209-221. https://doi.org/10.3224/zpth.v9i2.05


Literaturhinweise



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