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Von der Demokratie zur Postdemokratie? Ein Vorschlag zur Neuformulierung eines umstrittenen Konzepts

Simon Bein

Abstract


Zusammenfassung

Ist die westliche Demokratie in der Krise und ernsthaft gefährdet, den Bereich des Demokratischen zu verlassen und sich zur Postdemokratie zu entwickeln? Oder sind die demokratischen Systeme nur einem – möglicherweise notwendigen – Formwandel unterlegen, der in der Anpassung an eine sich globalisierende und individualisierende Umwelt begründet liegt? Dieser Aufsatz verfolgt die These, dass der Postdemokratie-Begriff trotz modelltheoretischer Kritikpunkte beibehalten werden kann, um eine empirisch motivierte Analyse der Problemfelder etablierter Demokratien zu unternehmen. Der Vorteil des Postdemokratie-Begriffes liegt darin, dass damit ein Schwellenwert zwischen demokratisch und postdemokratisch beschrieben werden muss. Insofern argumentiert die vorliegende Abhandlung, dass sich die zentralen Problemfelder westlicher Demokratien in den Bereichen der Partizipation, Repräsentation und Legitimation zusammenfassen lassen und für jeden dieser Bereiche mittels zweier Unterindikatoren die Abgrenzung zwischen Funktionalität und postdemokratischem Defekt gelingt. Dieser dreidimensionale Analyserahmen kann dann als Ausgangspunkt dienen, die genannten Veränderungen in den westlichen Demokratien auf ihren systemischen Charakter hin zu untersuchen.

Schlüsselwörter: Demokratie, Krise, Postdemokratie, Partizipation, Repräsentation, Legitimation

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Abstract

Are Western democracies in crisis and face a serious change from the democratic to the postdemocratic sphere? Or are democratic systems just going through a transformation process, in terms of an adaptation to globalizing and individualizing environmental conditions? This paper argues that in spite of being criticized from a model specific point of view, the term postdemocracy can be used to analyze critical developments in Western democracies. The crucial advantage of maintaining this term is that it includes the need to define a threshold between democracy and postdemocracy. Making that point, this paper proposes to summarize crucial problem areas of established democracies within the dimensions of participation, representation and legitimacy, and to define the threshold between functionality and postdemocratic deficiency along two subindicators for each dimension. This three-dimensional approach can be used to describe changes within Western democracies and analyze whether they have systemic character or not.

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Bibliographie: Bein, Simon: Von der Demokratie zur Postdemokratie? Ein Vorschlag zur Neuformulierung eines umstrittenen Konzepts, ZPTh – Zeitschrift für Politische Theorie, 1-2018, S. 51-72.
https://doi.org/10.3224/zpth.v9i1.03


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