Child poverty in the German social investment state

Thomas Olk, Maksim Hübenthal

Abstract


Abstract

In the last years child poverty in Germany has become a political issue. However, child poverty rates are relatively high and even on the rise. Against this backdrop we will analyse the strategy of the federal government to fight child poverty in Germany. We will demonstrate that the federal government uses a ‘child-centred social investment strategy’ (cf. Esping-Andersen 2002) as a blueprint. By analysing measures and instruments of the German anti-poverty Strategy, we will make clear that this strategy is not completely put into effect. Whereas Esping-Andersen propagates a fine balance of social services and financial transfers, the German government underestimates the relevance of material redistribution and focuses predominantly on social services and education. This is not by chance but can be understood as a consequence of the conceptual limits of the social investment ideology. To guarantee generational justice and to make sure that children will receive a fair share of societal resources in a rich country we plea for a children’s rights-based approach to fight child poverty.

Keywords: child poverty, social investment approach, children’s rights, policies concerning children and families

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Kinderarmut im deutschen Sozialinvestitionsstaat

Zusammenfassung

Kinderarmut wurde in Deutschland in den letzten Jahren verstärkt zum Gegenstand der politischen Debatte. Dennoch sind die Armutsraten bei Kindern hoch und steigen sogar weiter an. Vor diesem Hintergrund analysieren wir in dem vorliegenden Beitrag die Strategie der Bundesregierung zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland. Dabei zeigen wir auf, dass die Bundesregierung ihr diesbezügliches politisches Handeln auf eine „kindzentrierte Investitionsstrategie“ (Esping-Andersen 2002) aufbaut. Anhand der Analyse der Maßnahmen und Instrumente zur Kinderarmutsbekämpfung arbeiten wir heraus, dass diese Strategievorlage allerdings nicht vollständig umgesetzt wird. Während Esping-Andersen eine ausgewogene Balance zwischen sozialen Dienstleistungen und finanziellen Transfers propagiert, unterschätzt die Bundesregierung die Bedeutsamkeit materieller Umverteilung und fokussiert ihr Handeln einseitig auf soziale Dienstleistungen und Bildung. Dies geschieht keinesfalls zufällig, sondern kann als Folge der konzeptuellen Schwächen der Sozialinvestitionsideologie verstanden werden. Um Generationengerechtigkeit zu gewährleisten und um sicherzustellen, dass Kinder einen gerechten Anteil an den gesellschaftlichen Ressourcen in einem reichen Land erhalten, plädieren wir zur Bekämpfung der Kinderarmut für einen Ansatz, der auf den Rechten der Kinder basiert.

Schlagworte: Kinderarmut, Sozialinvestition, Kinderrechte, Kinder- und Familienpolitik


Literaturhinweise