Does it matter for us that my partner or I commute? Spatial mobility for job reasons and the quality of conjugal relationships in France, Germany, and Switzerland

Gil Viry, Eric D. Widmer, Vincent Kaufmann

Abstract


Abstract

Spatial mobility has often been considered a detrimental factor for families for various reasons, stemming from increasing stress, unpredictability of daily life, increasing gender inequalities, and decreasing investment in parenting and partnerships due to time and space constraints. This contribution considers how daily long-distance and weekly commuting, frequent absence from home, and long-distance relationships for job-related reasons affect conjugal quality. To investigate this issue, we used data from a large European survey on job mobility and family life (JobMob), based on 2,914 individuals reporting a stable partnership and living in France, Germany, and Switzerland. We first empirically defined eight positions in the social space according to the current mobility practice from each partner and major socio-demographic variables. We then explored the extent to which those positions affect conjugal satisfaction and conjugal conflict within the three national contexts, complementing the analyses by including the process by which one became mobile. We found that job mobility had no significant effect on conjugal quality. Lower quality of conjugal relations rather concerned mobile people who experienced decisions to become mobile both negatively and collectively. We further discuss the importance of our results for understanding the functioning of contemporary couples facing mobility demands.

Keywords: Job mobility, spatial mobility, long-distance commuting, process of becoming mobile, conjugal quality, family functioning, international comparison

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Macht es einen Unterschied für uns, dass mein Partner oder ich pendle? Berufsbedingte räumliche Mobilität und Partnerschaftsqualität in Frankreich, Deutschland und der Schweiz

Zusammenfassung

Mit dem Verweis auf erhöhten Stress, Unplanbarkeit des alltäglichen Lebens, verstärkter Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und sinkenden Investitionen in Elternschaft und Partnerschaft angesichts zeitlicher und räumlicher Restriktionen ist berufliche Mobilität häufig als negativer Einfluss auf Familien beurteilt worden. Dieser Beitrag fragt, wie sich tägliches Fernpendeln und Wochenendpendeln, wie sich beruflich bedingte häufige Abwesenheit von zuhause und Fernbeziehungen auf die Partnerschaftsqualität auswirken. Um dieser Frage nachzugehen, verwenden wir Daten aus einer großen europäischen Umfrage zum Thema berufliche Mobilität und Familienleben (JobMob) zu 2.914 Befragten, die angeben, eine feste Beziehung zu haben, und die in Frankreich, Deutschland oder in der Schweiz leben. Zunächst bestimmen wir empirisch aufgrund des aktuellen Mobilitätsverhaltens beider Partner sowie zentraler sozio-demographischer Variablen acht Lagen im sozialen Raum. Danach untersuchen wir, inwieweit diese Lagen in den drei unterschiedlichen nationalen Kontexten Partnerschaftszufriedenheit und Partnerschaftskonflikte beeinflussen. Ergänzend wird der Prozess berücksichtigt, im Zuge dessen Individuen mobil geworden sind. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass berufliche Mobilität keinen signifikanten Einfluss auf die Partnerschaftsqualität hat. Eine verminderte Partnerschaftsqualität ist eher charakteristisch für Menschen, die die Mobilitätsentscheidungen als negativ und als kollektiv erlebt haben. Abschließend diskutieren wir, welchen Beitrag diese Befunde für das Verständnis der Organisation des Beziehungslebens von Paaren haben, die mit Mobilitätserfordernissen konfrontiert sind.

Schlagworte: Berufliche Mobilität, räumliche Mobilität, Fernpendeln, Übergang in die Mobilität, Partnerschaftsqualität, Familienorganisation, internationaler Vergleich


Literaturhinweise