Familiensoziologische Analysepotenziale des Mikrozensus

Andrea Lengerer, Andrea Janßen, Jeanette Bohr

Abstract


Zusammenfassung

Als Haushaltsstichprobe enthält der Mikrozensus Informationen über die Größe und Zusammensetzung von Haushalten sowie über Beziehungen der Haushaltsmitglieder untereinander. Neben Haushalten und Familien werden seit 1996 auch Lebensformen als soziale Einheiten in den Daten abgegrenzt. Im Mittelpunkt dieses Konzeptes steht die Berücksichtigung unverheiratet zusammenlebender Paare, wodurch sich das familienwissenschaftliche Analysepotenzial des Mikrozensus beträchtlich erweitert hat. In diesem Beitrag stellen wir die Konzepte und Definitionen der amtlichen Statistik sowie ihre Umsetzung im Mikrozensus vor und gehen der Frage nach, welche empirischen Unterschiede sich bei der Betrachtung (familialer) Lebensformen nach dem traditionellen Familienkonzept und dem neuen Konzept der Lebensformen ergeben. Um das Analysepotenzial des Mikrozensus für die empirisch arbeitende Familienforschung aufzuzeigen, werden neben den Möglichkeiten auch die Grenzen und Restriktionen des Arbeitens mit den Daten sowie die Neuerungen des veränderten Erhebungsdesigns des Mikrozensus ab 2005 und deren Folgen für die Analysen familiensoziologischer Fragestellungen dargestellt.

Schlagworte: Familie, Lebensformen, Mikrozensus, amtliche Statistik.

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Abstract

As a representative sample of households the German Microcensus contains information about the size, the composition of households and the relations among the members of the households. Since 1996, in addition to the identification of households and families, a new kind of social unit is identified in the Microcensus: living arrangements. The central aim of this new concept is to take cohabitation as a new form of partnership into account. As a result, the analytical potential of the Microcensus is highly expanded. The article deals with several topics: First, the concepts and definitions of the official statistics and their implementation in the Microcensus will be explained. Second, the empirical differences between the traditional concept of families and the concept of living arrangements are of interest. Third, to show their analytical potential for empirical research concerning families and living arrangements both the possibilities and the limits of the Microcensus data will be presented. Furthermore, we will discuss the consequences of the new survey design of the Microcensus since 2005 for the analysis of family-related questions.

Keywords: living arrangements, German Microcensus, official statistics.


Literaturhinweise