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Diversität und Inklusion in sozialen, personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen – Normalitätskonstruktionen im Horizont gesellschaftlicher Transformation

Timo Schreiner, Stefan Köngeter

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Soziale, personenbezogene Dienstleistungsorganisationen (spDLO) werden als Teil der Sozialen Arbeit mit der Erwartung konfrontiert, Diversität zu fördern und Inklusion zu ermöglichen. Gleichzeitig zeigen empirische Analysen, dass diese Organisationen Normalisierungsarbeit leisten. Dieses Spannungsmoment wurde bislang nicht zum Anlass genommen, Praktiken zu Diversität und Inklusion in spDLO empirisch näher zu untersuchen. Im vorliegenden Artikel zeigen wir anhand einer Fallstudie über die Organisationskultur eines deutschen Jugendamts, welche organisationale Praktiken und Deutungsmuster von Diversität und Inklusion beobachtet werden können. Das Ergebnis zeigt, dass in der untersuchten Organisationskultur ein Modus des Umgangs mit Diversität und Inklusion entwickelt wurde, der als NormalitätPlus bezeichnet werden kann. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass „Andersheit“ in die Organisationskultur eingebaut wird, Normalitätsvorstellungen im Kern aber erhalten bleiben.

Stichwörter: Qualitative Sozialforschung, soziale Dienstleistungsorganisationen, Diversität und Inklusion, Normalität, NormalitätPlus

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Abstract

Social service organizations as part of social work are expected to promote diversity and enable inclusion. At the same time, empirical analyses reveal that these organizations function as entities which produce normalization. This tension, however, was not used as an opportunity to investigate practices on diversity and inclusion in social service organizations in a systematic manner. This article presents the findings of a case study which analyzed how diversity and inclusion was interpreted and dealt within the organizational culture of a municipal organization of child and youth welfare. The findings show that in the organizational culture a mode of action emerged which is called normality-plus. This mode is characterized by the fact that otherness is integrated into the organizational culture, but, at the same time, the notion of normality is kept untouched.

Keywords: Qualitative social research, social service organizations, diversity and inclusion, normality, normality‐plus

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Bibliographie: Schreiner, Timo/Köngeter, Stefan: Diversität und Inklusion in sozialen, personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen – Normalitätskonstruktionen im Horizont gesellschaftlicher Transformation, ZDfm – Zeitschrift für Diversitätsforschung und -management, 2-2020, S. 127-139. https://doi.org/10.3224/zdfm.v5i2.04


Literaturhinweise