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Die (Selbst-)Optimierung der ,Anderen‘ Mentoring als ein subjektivierender Kontext unter Bedingungen von Migration und Ökonomisierung

Fränzi Buser, Oxana Ivanova-Chessex

Abstract


Zusammenfassung

Mentoring im schulischen Kontext verfolgt häufig das Ziel, der (Re-)Produktion von Ungleichheiten entgegenzuwirken, indem als benachteiligt markierte Schüler_innen gefördert werden. Aus einer subjektivierungstheoretischen Perspektive fragen wir, welches Selbst den Kindern und Jugendlichen in Mentoringprogrammen unter welchen Bedingungen in Aussicht gestellt wird und welche gesellschaftlichen Ordnungen bei der Erzeugung dieser subjektivierenden Kontexte wirksam werden. Anhand von empirischem Material aus Interviews mit Koordinator_innen von Mentoringprogrammen für Schüler_innen rekonstruieren wir, wie diese zu einem Wirkungsfeld migrationsgesellschaftlicher und ökonomisierter Ordnungen werden. Dabei zeigen wir auf, dass affirmativ angelegte Mentoringprogramme als Maßnahmen für die ‚Anderen‘ u.a. auf deren (Selbst-)Optimierung abzielen und dabei Subjekte und ihre Handlungsfähigkeit nicht nur ermöglichen, sondern auch einschränken.

Schlagwörter: Mentoring, Ungleichheit, Subjektivierung, Migration, Ökonomisierung

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(Self-)Optimizing the ‚others‘. Mentoring as a subjectivating context under conditions of migration and economization

Abstract

Mentoring in the school setting often aims at counteracting the (re-)production of inequalities by supporting students marked as disadvantaged. Applying the theory of subjectivation, we ask what kind of ‚self‘ under which conditions is offered to the children and adolescents involved in mentoring programs and which societal orders become relevant by the constitution of these subjectivating contexts. Using empirical data from interviews with coordinators of student mentoring, we reconstruct how mentoring is becoming a field shaped by migration and economic orders. We show that affirmative mentoring programs as a measure for the ‚others‘ focus, among other things, on their (self-)optimization and, thus, not only entail possibilities but also limitations for subjects and their agency.

Keywords: mentoring, inequality, subjectivation, migration, economization


Literaturhinweise



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