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Dekolonisierung der Maya-Sexualitäten im Südosten Mexikos

Rubén de J. Solís Mecalco

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Abstract


Leseprobe
Leseprobe 2

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Zusammenfassung

Der Beitrag rekonstruiert die präkolonialen Geschlechterkonstruktionen, die die Maya in Yucatán/Mexiko als Ausdruck ihrer Kosmovision und Religiosität entwickelt haben. Diese sind durch die Komplementarität des Weiblichen und des Männlichen gekennzeichnet und beide notwendig, um ein kosmisches Gleichgewicht zu erreichen. Diese Kosmovision hat nicht nur weniger ungleiche Gesellschaften mit einer herausragenden Rolle von Frauen und nichtbinären Seinsweisen hervorgebracht. Mit ihren jeweiligen Veränderungen haben diese Geschlechterkonstruktionen auch den Jahrhunderten der Eroberung, Kolonisierung und Unabhängigkeit von Spanien widerstanden. Aus dieser Perspektive können die vielfältigen Sexualitäten, die bei den Maya im 21. Jahrhunderts beobachtet werden, nicht als ein Produkt der westlichen Moderne verstanden werden, sondern eher als ein Überbleibsel, dessen Wurzeln bis in frühere Zeiten zurückreichen. Ausgehend von den Geschlechterkonstruktionen der Maya für die Erforschung zeitgenössischer Sexualitäten bedeutet dies, gleichberechtigte Dialoge mit anderen Bevölkerungsgruppen zu führen, denen ebenfalls die koloniale hetero-patriarchalische Binarität aufgezwungen wurde, sowie mit westlichen Emanzipationsprozessen, einschließlich der Queer-Theorie.

Schlagwörter: Maya, Yukatan, Sexualitäten, dekoloniales Denken, Postkolonialismus, Queer-Theorie

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Decolonising Maya Sexualities in South-East Mexico

Abstract

In an exercise of questioning the official history of Mayan sexualities in the Southeast of Mexico, especially the Yucatan Peninsula, this article seeks to deepen, reclaim, and re-signify the sex-generic constructions that the Maya have been developing since the pre-Hispanic era. Mayan sex-generic constructions form part of a cosmology and religiosity that sees both the feminine and the masculine as necessary and complementary elements to archive cosmic balance. This worldview not only generated less unequal societies, as demonstrated through the outstanding role of women and non-binary people in Mayan society, but it also resisted, with its respective transformations, centuries of Spanish conquest and colonisation. From this perspective, the diversity of sexualities observed among Mayan peoples today cannot be conceived as a product of Western modernity, but instead as a remnant with roots embedded in more ancient times. The article argues that, to start from Mayan sex-generic constructions for the study of contemporary sexualities requires generating radical dialogues and alliances on equal terms with peoples on whom the colonial hetero-patriarchal binary was imposed, as well as with Western emancipatory processes like Queer Theory.

Keywords: Yucatecan Mayas, sexualities, decolonial, post-colonialism, queer theory

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Bibliographie: de J. Solís Mecalco, Rubén: Dekolonisierung der Maya-Sexualitäten im Südosten Mexikos, PERIPHERIE – Politik • Ökonomie • Kultur, 1+2-2020, S. 81-101.


Literaturhinweise