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Entwicklungspolitisch verursachter Vertreibung begegnen. Möglichkeiten und Grenzen institutioneller Rechenschaftspflicht am Beispiel des Inspection Panels der Weltbank

Dustin Schäfer

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Schätzungen gehen derzeit davon aus, dass etwa 20 Millionen Menschen jedes Jahr durch Entwicklungsprojekte vertrieben werden. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern Beschwerdemechanismen von Entwicklungsbanken zur Verringerung entwicklungspolitisch verursachter Vertreibung beitragen. Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein sich zuspitzendes Problem gegenwärtiger Entwicklungszusammenarbeit handelt. Auf Grundlage einer Dokumentenanalyse werden quantitative Trends ermittelt und mit einer qualitativen Fallstudie zum 98. Beschwerdefall des Inspection Panels abgeglichen. Trotz der Einrichtung des Inspection Panels weisen die Trends eindeutig auf eine Zunahme entwicklungspolitisch verursachter Vertreibung hin. Unabhängige Untersuchungen von Beschwerdemechanismen vermögen es jedoch die sozialen und ökologischen Folgen von Entwicklungsprojekten aufzuzeigen und zudem in politisches Handeln auf Seiten der Entwicklungsbanken zu transformieren. Beschwerdemechanismen bieten zudem häufig die einzige Möglichkeit für Projektbetroffene, sich gegen negative Folgen von Entwicklungsprojekten zu wehren.

Schlagwörter: Institutionelle Rechenschaftsmechanismen, Inspection Panel, Weltbank, entwicklungspolitisch verursachte Vertreibung, Nicht-Regierungsorganisationen, Interessenvertretung.

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The Inspection Panel of the World Bank. A Historical Outline of Development Induced Displacement and Institutional Accountability

Abstract

It is currently estimated that around 20 million people are displaced each year through so-called “development projects”. This article examines to what extent development banks’ accountability mechanisms contribute to reducing development induced displacement. It is assumed that development induced displacement is a growing problem in current development cooperation. Based on document analysis, quantitative trends are identified and compared with a qualitative case study on the 98th case of the World Bank’s Inspection Panel. Despite the establishment of the Inspection Panel, the trends clearly point to an increase in development induced displacement. However, independent complaint processes can reveal the social and ecological consequences of development projects and transform them into political action on behalf of development banks. In addition, accountability mechanisms often offer the only possibility for those affected by development projects to defend themselves against the negative consequences of these projects.

Keywords: accountability mechanisms, inspection panel, World Bank, development induced displacement, civil society organizations, advocacy

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Bibliographie: Schäfer, Dustin: Entwicklungspolitisch verursachter Vertreibung begegnen. Möglichkeiten und Grenzen institutioneller Rechenschaftspflicht am Beispiel des Inspection Panels der Weltbank, PERIPHERIE – Politik • Ökonomie • Kultur, 2-2019, S.166-187. https://doi.org/10.3224/peripherie.v39i2.03

 


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