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Durch gemeinschaftliche Organisation Sicherheit aufbauen. Der Fall der Policía Comunitaria in Guerrero, Mexiko

Daniele Fini

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

In Mexiko im Bundesstaat Guerrero existieren seit 1995 auf lokalen Gemeinschaften gründende Systeme der Sicherheit, Justiz und Umerziehung. Einige Dutzend ländlicher Gemeinden haben sich auf regionaler Ebene zusammengeschlossen, um unabhängig vom Staat selbstorganisiert für mehr Sicherheit zu sorgen. Sie stützen sich dabei auf die Organisationsformen indigener Gemeinden. Im Angesicht der zunehmenden Gewalt, die seit dem 2006 ausgerufenen Krieges gegen Drogen in Mexiko herrscht, hat das Thema gemeinschaftsbasierter Selbstverteidigung an Bedeutung gewonnen. In verschiedenen Landesteilen sind unterschiedliche Selbstverteidigungsgruppen entstanden. Der Aufschwung der Selbstverteidigungsgruppen seit den 1990er Jahren bis heute und die Zunahme an Gewalt in Mexiko wird in diesem Beitrag als Ausdruck einer Restrukturierung der kapitalistischen Wirtschaft analysiert. Das Potenzial auf lokalen Gemeinschaften gründender kollektiver Praktiken für die Erlangung von Sicherheit wird anhand der Policía Comunitaria (gemeinschaftsbasierten Polizei) herausgearbeitet und die Rolle der im urbanen und nicht-indigenen Raum entstehenden Selbstverteidigungsgruppen als Wegbereiter für auf lokale Gemeinschaften gründende Organisationsformen diskutiert.

Schlagwörter: Kommunitäre Selbstverwaltung, kommunitäre Justiz, Organisationen lokaler Gemeinschaften, Kapitalismus und Gewalt, indigene Bewegungen, Mexiko, Guerrero

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Community Based Organizing as Security Building Practice. The Case of the Policía Comunitaria in Guerrero, Mexico

Abstract

Since 1995, in the state of Guerrero, Mexico, a community system of security, justice, and re-education has been in operation. Articulated at the regional level, this security system integrates several dozen rural, largely indigenous communities in a self-managed and autonomous way. In 2006, the federal government of Mexico implemented the “war on drugs”, leading to an increase in violence. In this context, community defence has become increasingly important, leading to the emergence of several community defence groups in different regions of the country. This article explains the emergence of past and present community defence groups in Mexico through an analysis of the relationship between violence and reconfigurations in the capitalist economy. Through focusing on the community police, the paper reflects on the potential of collective practices to produce community safety, and on the emergence of defensive groups in urban and non-indigenous localities, creating new forms of community-based organisation.

Keywords: community defense, community justice, community organizations, capitalism and violence, indigenous movements, Mexico, Guerrero

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Bibliographie: Fini, Daniele: Durch gemeinschaftliche Organisation Sicherheit aufbauen. Der Fall der Policía Comunitaria in Guerrero, Mexiko, PERIPHERIE – Politik • Ökonomie • Kultur, 1-2019, S. 46-62.
https://doi.org/10.3224/peripherie.v39i1.04

Literaturhinweise



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