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Gewerkschaftliche Krise und Erneuerung – Labour Revitalisation Studies als globale Konversation

Matthias Ebenau, Felix Nickel

Abstract


Zusammenfassung

Der Artikel liefert einen Überblick über die Kernannahmen der labour revitalisation studies (LRS), um dann die mögliche Bereicherung dieses intellektuell-politischen Feldes durch einen stärkeren Fokus auf Erfahrungen mit gewerkschaftlicher Krise und Erneuerung im Globalen Süden zu diskutieren. Mit Bezug auf vorhandene wissenschaftliche Literatur behandelt er ein breites Spektrum empirischer Beispiele aus verschiedenen Weltregionen, geordnet entlang von vier thematischen Linien: transnationales Gewerkschaftshandeln, die Organisierung informeller und prekärer Beschäftigter, die gewerkschaftliche Auseinandersetzung mit der geschlechtlichen Natur von Arbeit und die komplexe Beziehung zwischen Gewerkschaften und dem Staat. Der Artikel argumentiert, dass die LRS als "globale Konversation" betrachtet werden sollten. Weiterhin plädiert er für eine Horizonterweiterung über traditionelle Gewerkschaftsorganisationen und ihre Handlungsrepertoires hinaus, aber auch für die Überwindung falscher Dichotomien zwischen Erneuerungsinitiativen, die "innerhalb", und anderen, die "außerhalb" etablierter Gewerkschaften entstehen.

Schlagwörter: labour revitalisation studies, transnationale Gewerkschaftspolitik, informelle und prekäre Beschäftigung, Geschlechtlichkeit von Arbeit, Gewerkschaften und der Staat

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Abstract

Union crisis and union renewal – Labour Revitalisation Studies as a global conversation.

This article provides an overview of the key premises of labour revitalisation studies (LRS) and then discusses how this intellectual and political field might be enriched by an even more sustained focus on experiences of union crisis and revitalisation in the Global South. It discusses a broad range of empirical examples from a variety of world regions documented in scholarly literature, ordered along four thematic lines: transnational unionism, organising among informal and precarious workers, union engagement with the gendered nature of labour, and the complex relationship between unions and the state. On this basis, the article argues that LRS should be conceived of as a ‘global conversation’. Furthermore, it argues for broadening the view beyond traditional union organisations, their key political fields and repertoires of action, but also for overcoming false dichotomies between revitalisation initiatives that develop on the ‘outside’ and on the ‘inside’ of established unions.

Keywords: labour revitalisation studies, transnational unionism, informal and precarious work, gendered labour, unions and the state

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Bibliographie: Ebenau, Matthias/Nickel, Felix: Gewerkschaftliche Krise und Erneuerung – Labour Revitalisation Studies als globale Konversation, PERIPHERIE, 2-2016, S. 158-181.
https://doi.org/10.3224/peripherie.v36i142-143.24675


Literaturhinweise



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