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Arbeiten in der Crowd: Perspektiven der Theorie relationaler Ungleichheiten in Arbeitsorganisationen

Anja-Kristin Abendroth, Mareike Reimann, Martin Diewald, Laura Lükemann

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Im Rahmen dieses Beitrages gehen wir der Frage nach, inwiefern Crowdsourcing von Betrieben, bei denen ein Teil der Arbeitstätigkeiten einer Wertschöpfungskette über digitale Plattformen ausgelagert wird, Änderungen im Ungleichheitsgefüge des Beschäftigungssystems mit sich bringt. Bei Crowdsourcing scheint die Vermittlung und Gestaltung durch Plattformen eine betriebliche Strukturierung der Arbeitsbedingungen von Crowdworkern und Crowdworkerinnen zu ersetzen. Dies ist jedoch nur teilweise der Fall. Auf Basis der Theorie relationaler Ungleichheiten in Arbeitsorganisationen hebt dieser Beitrag hervor, dass die Gestaltung von Crowdsourcing und Crowdworking Teil betrieblicher Aushandlungsprozesse ist, welche, in Abhängigkeit von betrieblichen Ungleichheitsregimen, unterschiedliche Konsequenzen für regulär Beschäftigte und Crowdworkende mit sich bringen. Dies betrifft zum einen, inwiefern Beschäftigte innerhalb von Betrieben durch Crowdsourcing substituiert und in ihren Gratifikationschancen bedroht werden oder Crowdwork als Unterstützung bestehender betrieblicher Abläufe erfahren. Zum anderen, inwiefern Crowdworkerinnen und Crowdworker durch Betriebe ausgebeutet werden oder Crowdwork eine weitere Alternative von Beschäftigung darstellt, die zu bestimmten Lebensphasen und -entwürfen passt.

Schlagwörter: Crowdwork, Crowdsourcing, Plattformökonomie, Betriebe, soziale Ungleichheit

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Crowdwork: Applying a relational inequality theory

Abstract

In this paper, we examine to what extent crowdsourcing by work organizations as a form of outsourcing of work activities via digital platforms implicates changes in the inequality structure of the employment system. The mediation and organization via platforms seems to replace a workplace specific structuring of crowdworkers’ working conditions. However, this is only partially the case. Based on relational inequality theory this paper emphasizes that the design of crowdsourcing and crowdworking is part of negotiation processes within work organizations with specific inequality regimes which comprise different consequences for regular employees as well as crowdworkers. On the one hand, this applies to the question whether employees within work organizations are substituted or threatened in their work gratifications by crowdsourcing, or whether crowdwork supports existing processes in the work organization. On the other hand, it concerns whether crowdworkers are exploited by work organizations, or whether crowdwork is an alternative form of employment that fits to certain life stages and patterns.

Keywords: crowdwork, crowdsourcing, platform economy, work organizations, social inequality. JEL: L2, O15, J2, J4

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Bibliographie: Abendroth, Anja-Kristin/Reimann, Mareike/Diewald, Martin/Lükemann, Laura: Arbeiten in der Crowd: Perspektiven der Theorie relationaler Ungleichheiten in Arbeitsorganisationen, Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management, 2-2020, S. 160-178. https://doi.org/10.3224/indbez.v27i2.04


Literaturhinweise