Open Access Freier Zugang (Open Access)  Eingeschränkter Zugriff Zugang für Abonnent/innen oder durch Zahlung einer Gebühr

Arbeitsintensivierung und Handlungsspielraum in digitalisierten Arbeitswelten – Herausforderung für das Wohlbefinden von Beschäftigten?

Sophie-Charlotte Meyer, Anita Tisch, Lena Hünefeld

Abstract


Leseproben

-----

Zusammenfassung

Ziel dieses Beitrages ist es zu untersuchen, wie die Einführung neuer Technologien mit der Arbeitsintensität, der Autonomie und den monotonen Aufgaben von Beschäftigten zusammenhängt. Weiterhin wird untersucht, ob und inwieweit der empirisch gut dokumentierte Zusammenhang zwischen diesen Arbeitsbedingungen und dem Wohlbefinden der Beschäftigten durch die Einführung neuer Technologien moderiert wird. Die Analysen basieren auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006, 2012 und 2018, die es ermöglicht, zwischen neu eingeführten Computerprogrammen und neu eingeführten Fertigungs- oder Verfahrenstechnologien zu unterscheiden. OLS-Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Einführung neuer Technologien mit einer erhöhten Arbeitsintensität verbunden ist. Hinsichtlich der Autonomie und monotonen Tätigkeiten gibt es Unterschiede je nach Art der eingesetzten Technologie. Die Analysen zeigen ferner, dass die Einführung neuer Computerprogramme den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Arbeitsunzufriedenheit bzw. psychosomatischen Gesundheitsbeschwerden teilweise moderiert. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass die Einführung neuer Technologien mit Chancen und Risiken sowohl für die Arbeitssituation als auch für das Wohlbefinden der Mitarbeiter verbunden ist und in den Aushandlungsprozessen der Sozialpartner stärker berücksichtigt werden sollten.

Schlagwörter: Arbeitsanforderungen, Intensivierung, Wohlbefinden, Digitalisierung, Neue Technologien

-----

Work intensification and autonomy in the digitized working world ‒ A challenge for the well-being of employees?

Abstract

The aim of this paper is to examine how the introduction of new technologies is related to employee’s work intensity, job autonomy and monotonous tasks. Further, we examine whether and to what extent the empirically well-documented relationship between these working conditions and employee wellbeing is moderated by the introduction of new technologies. The analyses are based on the BIBB/BAuA employment survey 2006, 2012 and 2018, that allow us to distinguish between newly introduced computer programmes and newly introduced production/process technologies. Results of OLS models indicate that the introduction of new technologies is associated with increased work intensity. Regarding job autonomy and monotonous tasks there are differences according to the type of introduced technology.The analyses further reveal that the introduction of new computer programmes partially moderates the association between working conditions and job dissatisfaction or psychosomatic health complaints, respectively. In sum, the results indicate that new technologies are associated with both, opportunities and risks for the work situation as well as the well-being of employees and should be given greater consideration in social partnership negotiation processes.

Keywords: job autonomy, work intensity, employee well-being, digital working world. JEL: J28, J81, O33


Literaturhinweise



Volltext: PDF