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Intersektionalitätsforschung und Theorie der Geschichten und Diskurse – Versuch einer gemeinsamen Perspektive am Beispiel von Gatekeeping-Prozessen im Falle von Behinderung

Wilhelm de Terra

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

In dem Beitrag verbinden sich ein quantitativer und ein qualitativer Forschungsansatz mit dem Ziel einer differenzierten Untersuchung der Verhältnisse zwischen den Kategorien Behinderung, Geschlecht und Alter in den Lebensphasen Kindheit und Jugend. Die quantitative Studie setzt sich auf der Grundlage einer Sekundäranalyse mit Statistiken zum Empfang behinderungsspezifischer Ressourcen auseinander. Die qualitative Studie zielt mittels ExpertInneninterviews auf die Sinnkonstruktionen sog. Gatekeeper (TorwächterInnen) bei der Vergabe behinderungsspezifischer Ressourcen. In quantitativer Hinsicht besteht u. a. ein Ungleichgewicht in den Geschlechterverhältnissen. In qualitativer Hinsicht zeigt sich, dass die Zuschreibung von Behinderung und damit die Entscheidung über den Zugang zu behinderungsspezifischen Leistungen nicht allein auf der Kategorie Behinderung fußen, sondern dabei auch andere Kategorien als Sinndimensionen eine wichtige Rolle spielen. In diesem Zusammenhang wird unter verschiedenen Gesichtspunkten auch die Verbindung von Gatekeeping und sozialer Ungleichheit untersucht sowie das Konzept des Othering kritisch beurteilt.

Schlüsselwörter: Behinderung, Geschlecht, Alter, Gatekeeping, Soziale Ungleichheit, Othering

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Intersectionality research and the theory of stories & discourses – An attempt at a common perspective using the example of gatekeeping processes in the case of disability

Summary

This article combines a quantitative and qualitative approach to conduct a differentiated examination of the relationships between disability, gender and age during childhood and adolescence. The quantitative study (a secondary analysis) critically examines statistics relating to the receipt of disability-specific resources. The qualitative study (an expert interview) focuses on the relevance of so-called gatekeepers when it comes to the allocation of disability-specific resources. There is a measurable inequality between the sexes which develops dynamically with age during childhood and adolescence. In qualitative terms, it appears that the attribution of disability and thus the possibility of receiving disability-specific benefits is not solely dependent on the disability itself but is also influenced by other factors. With this in mind, the article examines, from various viewpoints, the connections between gatekeeping and social inequality and critically evaluates the concept of othering.

Keywords: disability, gender, age, gatekeeping, social inequality, othering

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Bibliographie: de Terra, Wilhelm: Intersektionalitätsforschung und Theorie der Geschichten und Diskurse – Versuch einer gemeinsamen Perspektive am Beispiel von Gatekeeping-Prozessen im Falle von Behinderung, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 3-2020, S. 42-56. https://doi.org/10.3224/gender.v12i3.04


Literaturhinweise