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Zum Beispiel Pflege – Fragen an den arbeitssoziologischen Topos der Subjektivierung von Arbeit

Gabriele Fischer, Nora Lämmel, Jutta Mohr, Isabelle Riedlinger

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Pflegeberufe in stationären Einrichtungen lassen sich aufgrund ihrer formalen Verfasstheit mit Erwerbsverhältnissen außerhalb von Care-Arbeit vergleichen, gleichzeitig wohnt ihnen die Spezifik von Care-Tätigkeiten inne. Beides – Erwerbsarbeit und Care-Arbeit – unterlag in den letzten Jahrzehnten erheblichen Veränderungen. Wir fragen danach: Wie lassen sich die Veränderungen in der verberuflichten Pflege mit dem arbeitssoziologisch etablierten Diskurs der Subjektivierung von Arbeit zusammendenken? Relevant wird aus unserer Sicht dabei das Verhältnis der beiden Prozesse Subjektivierung von Arbeit und Ökonomisierung. Diese Frage diskutieren wir auf der Basis von multiperspektivischen qualitativen Betriebsfallstudien, die mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet wurden. Als zentrales Ergebnis sehen wir eine kollektive Subjektiviertheit von Sorgetätigkeiten, die in den letzten Jahren Marktlogiken unterworfen wird. Die Unterscheidung in kollektive Subjektiviertheit im Care-Sektor und individualisierte Subjektivierung im Produktionsbereich scheint uns für die Analyse des Wandels von Erwerbsarbeit relevant. Sie hat auch Auswirkungen auf Verantwortung und Ertrag von Subjektivierung.

Schlagwörter: Care-Berufe, Pflege, Subjektivierung von Arbeit, Ökonomisierung, Sorge, Anerkennung

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About care work: Questions regarding the sociological topos of the subjectivation of labour

Summary

This article deals with the nursing professions in inpatient facilities. Because they are formally constituted, they can be compared to non-carework. At the same time, though, they are characterised by specific care activities which are inherent to professional nursing. Both gainful employment and care work have undergone significant changes in recent decades. Our question is this: How can changes in professional nursing be reconciled with the discourse on the subjectivation of work which is now established in regard to the sociology of work? In our view, the relationship between the subjectivation of work and economisation is relevant here. We discuss this question on the basis of multi-perspective qualitative case studies which were analysed using the documentary method. Our key finding is that of a collective subjectivity of care activities which have been subjected to market logics in recent years. For us, the distinction between collective subjectivation in the care objectivation in the production sector appears relevant when it comes to an analysis of the transformation of gainful employment. It also has an impact on responsibility and the effects of subjectivation.

Keywords: care professions, nursing, subjectivation of work, economisation, care, recognition

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Bibliographie: Fischer, Gabriele/Lämmel, Nora/Mohr, Jutta/Riedlinger, Isabelle: Zum Beispiel Pflege – Fragen an den arbeitssoziologischen Topos der Subjektivierung von Arbeit, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2-2020, S. 45-60. https://doi.org/10.3224/gender.v12i2.04


Literaturhinweise