Auf dem Weg zu einer hegemonialen Weiblichkeit? Geschlecht, Wettbewerb und die Dialektik der Gleichstellung

Andreas Stückler

Abstract


Zusammenfassung

Statthabende Veränderungen im Geschlechterverhältnis gehen mit Diskussionen über die Tauglichkeit theoretischer Instrumentarien für deren wissenschaftliche Untersuchung einher. Ein besonders interessanter Beitrag aus der jüngeren Zeit stammt von Sylka Scholz, die angesichts einer zunehmenden Zahl von Frauen in gesellschaftlichen Spitzen- und Macht positionen den Vorschlag gemacht hat, anknüpfend an das geschlechtertheoretische Konzept der „hegemonialen Männlichkeit“ (Connell) auch über die Möglichkeit einer hegemonialen Weiblichkeit nachzudenken. Dieser Begriff einer hegemonialen Weiblichkeit, wie er von Sylka Scholz ausformuliert wurde, soll im vorliegenden Beitrag näher beleuchtet und kritisch analysiert werden. Dabei kann gezeigt werden, dass dieses Konzept wie auch seine Herleitung mit einer Reihe von theoretischen Verkürzungen und blinden Flecken belastet sind, die wiederum – wie im Weiteren argumentiert wird – auf einige problematische ideologische Momente des zeitgenössischen Gleichstellungsparadigmas verweisen.

Schlüsselwörter: Hegemoniale Weiblichkeit, hegemoniale Männ lichkeit, Gleichstellung, Wettbewerb, Feministische Theorie

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Towards a hegemonic femininity? Gender, competition and the dialectic of gender equality

Summary

Changes in gender relations are accompanied by discussions about the adequacy of available theoretical instruments. A particularly interesting contribution from the recent past, published by Sylka Scholz, suggests that in the face of an increasing number of women taking positions of leadership and power in society, the gender theoretic concept of “hegemonic masculinity” (Connell) should be supplemented by a concept of “hegemonic femininity”. This article discusses and critically analyses the concept as elaborated by Scholz. It can be shown that both concept and theoretical justifi cation suffer on account of several blind spots as well as ideological biases associated with contemporary gender equality.

Keywords: hegemonic femininity, hegemonic masculinity, gender equality, competition, feminist theory


Literaturhinweise



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