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„Sicherheitsabstand für übermotivierte Eltern“ – Die soziale Arena rund um Fußball-Eltern

Thomas Grunau

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Die mediale Berichterstattung zum Kinder- und Jugendfußball im deutschsprachigen Raum wird in den letzten Jahren geprägt von der Auseinandersetzung um die Einflussnahme von Eltern auf das Spielgeschehen. Der Beitrag nähert sich dieser „sozialen Arena“ (Clarke 2012) aus einer situationsanalytischen Perspektive und geht der Frage nach, welche sozialen Welten an der Arena teilhaben und welche dominanten Narrative hervorgebracht werden. Hierfür wird auf Daten aus einem Forschungsprojekt zurückgegriffen, in dem Zeitungs- und Fernsehberichte zwischen 2000 und 2018 zu dem Themenbereich untersucht wurden. Anhand exemplarischer Verdichtungen wird aufgezeigt, dass Eltern im Kinderfußball als Aggressoren dargestellt werden, die negativen Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen. Dieses Elternbild kongruiert mit einem romantizistischen Bild vom fußballspielenden Kind, welches möglichst frei vom elterlichen Einfluss seinen Spaß am Fußball ausleben soll. Am Ende des Beitrags wird weiterer Forschungsbedarf entlang der Fragen diskutiert, welche Funktionen diese Narrative erfüllen und welche Potenziale sich aus einer Konfrontation der diskursiven Daten mit ethnographischem Material ergeben können.

Schlüsselwörter: Kinderfußball, Eltern, Diskurs, Situationsanalyse, Medien

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Abstract

In recent years the media coverage of children and youth football in the German speaking area has been shaped by the controversy regarding parents interacting with their children when on the football pitch. The article addresses this "social arena" from a Situational Analysis perspective and explores which "social worlds" (Clarke 2012) have access to this arena and which narratives are created – data from a project will therefore be used. Newspaper and television reports between 2000 and 2018 were analysed.With sample reports it will be shown that parents in children soccer are presented as aggressors with a negative influence on their activities on the pitch. This parenthood picture matches with a romanticistic view of a child that should enjoy football without parental influence. At the end of the article it will be discussed, which function those narratives fulfill and what possibilities are coming along with the confrontation of the discoursive data with ethnographic material.

Keywords: Youth Football, Parents, Discourse, Situational Analysis, Media

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Bibliographie: Grunau, Thomas: „Sicherheitsabstand für übermotivierte Eltern“ – Die soziale Arena rund um Fußball-Eltern, FuG – Zeitschrift für Fußball und Gesellschaft, 2-2019, S. 240-257.
https://doi.org/10.3224/fug.v1i2.08

Literaturhinweise