Die badische Mädchenschulpolitik im Kontext der ersten Koedukationsdebatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Geschichte der Koedukation

Rosemarie Godel-Gaßner

Abstract


Zusammenfassung

Der Beitrag skizziert die bedeutsame Rolle der liberalen badischen  Mädchenschulpolitik im Rahmen der ersten Koedukationsdebatte um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Die Erfahrungen mit der ‚Koinstruktion‘ von Mädchen in badischen Knabenschulen widerlegten zahlreiche Argumente der KoedukationsgegnerInnen, die sich vorwiegend auf eine ‚naturgewollte‘ physische und psychische Andersartigkeit – in der Regel einer Inferiorität – von Frauen stützten und daraus eine spezifische weibliche Bestimmung ableiteten. Je größer die angenommene und sozial erwünschte Konstruktion einer scharfen Geschlechterdifferenz betont wurde, umso vehementer wurde auch der gemeinsame Schulbesuch von Mädchen und Jungen abgelehnt. Postulierte Geschlechterdifferenzen und Geschlechterrollen spielen in der aktuellen Diskussion um  Geschlechtertrennung nach wie vor eine Rolle. Zwar liefern  Geschlechterdifferenzen heute keine tragfähige argumentative Grundlage mehr für die Konstruktion von Geschlechterrollen, aber sie werden noch immer argumentativ herangezogen, um Vorteile der institutionellen Trennung zu unterstreichen.

Schlagwörter: Koinstruktion; Koedukation; badische Mädchenschulpolitik; erste Koedukationsdebatte; Geschlechterdifferenzen; Geschlechterrollen.

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Bibliographie: Godel-Gaßner, Rosemarie: Die badische Mädchenschulpolitik im Kontext der ersten Koedukationsdebatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Geschichte der Koedukation, FZG, 1-2014, S. 17-32. https://doi.org/10.3224/fzg.v20i1.16341


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