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Können Männer feministisches Wissen produzieren? Von Hegemonieselbstkritik hin zur pro*feministischen Politisierung der Universität

Simon Fetz, Johannes Korak

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Feministische Standpunktepistemologien sind aus der feministischen Wissenschaftskritik am Androzentrismus in der Wissenschaft heraus entstanden. Vertreterinnen der feministischen Standpunktepistemologie diskutieren dabei Fragen nach dem wissenschaftsproduzierenden Subjekt und den Bedingungen der Wissenschaftsproduktion. Insbesondere das Verhältnis zwischen sozialer Positioniertheit – qua Geburt und Sozialisation – und der Einnahme einer epistemisch-politischen Positionierung auf Seiten der Marginalisierten steht im Mittelpunkt dieser Debatten. Wenn neues und differenziertes Wissen auch von privilegierten Positionen aus produziert werden kann, können dann Männer feministisches Wissen produzieren? Unter welchen Bedingungen ist dies möglich und welche Rolle spielt dabei die Institution Universität? Diese Fragen bearbeiten wir mit Blick auf die Figur des feministischen Wissenschaftlers, der zwar feministische Theorie rezipiert, jedoch neben seinem 15-stündigen Arbeitstag keine Zeit mehr für Reproduktionsarbeit hat. Wir schlagen daher eine profeministische Perspektive vor, die über das Individuum hinausgeht und letztlich auf eine profeministische Politisierung der Universität abzielt. Dabei greifen wir auf das Konzept der Hegemonieselbstkritik zurück und schlagen in Anknüpfung daran profeministische Praxen auf vier unterschiedlichen Ebenen vor, die in der Universität erprobt und theoretisch vertieft werden können.

Schlagworte: Männerbild, Wissenschaft, Feministische Kritik

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Can Men produce Feminist Knowledge? From Self-Reflection towards a profeminist Politicization of the University

Abstract

Feminist standpoint epistemologies have emerged from the feminist critique of androcentrism in science. Discussions within standpoint epistemology i.a. revolve around the question about the knowledge-producing subject and the conditions of scientific knowledge production. In particular, the relationship between social positioning – qua birth and socialization – and the adoption of an epistemic-political positioning on the part of the marginalized. If new and differentiated knowledge can also be produced from privileged positions, can men produce feminist knowledge? Under what conditions is this possible and what role does the institution of the university play in this? We address these questions with a view to the figure of the feminist scholar, who is well-versed in feminist theory but has no time left for reproductive work in addition to his 15-hour workday. Therefore, we propose a profeminist perspective that exceeds beyond the individual scientist and ultimately aims at a profeminist politicization of the university. In doing so, we draw on the concept of hegemony self-critique and, following on from this, propose profeminist practices at four different levels which can be tested and theoretically deepened within the university.

Keywords: male image; science; feminist critique

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Bibliographie: Fetz, Simon/Korak, Johannes: Können Männer feministisches Wissen produzieren? Von Hegemonieselbstkritik hin zur pro*feministischen Politisierung der Universität, Femina Politica – Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 1-2021, S. 56-69. https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v30i1.06


Literaturhinweise