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Feministisch Wissen schaffen: Erreichtes, in Arbeit und immer noch zu tun

Gesine Fuchs, Patricia Graf

Volltext: PDF

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Methoden in ihrer Vielfalt und ihrem Verknüpfungspotenzial bilden das innere Gerüst jeder Forschung und bestimmen in hohem Maße mit, welche Erkenntnisse gewonnen werden können. Ein integraler Bestandteil feministischer Wissenschaft ist die Reflexion darüber, was warum als gültiges Wissen gelten soll (Epistemologie), die Theorie und Analyse darüber, wie mit Forschung Erkenntnisse gewonnen werden sollen (Methodologie) und schließlich mit welchen konkreten Forschungswerkzeugen die Fragestellungen bearbeitet werden können (Methoden). Diese Einleitung resümiert, dass Epistemologien und Methodologien ein klares feministisches Profil haben können, jedoch grundsätzlich alle Forschungsmethoden für ein feministisches Erkenntnisinteresse und zur Analyse struktureller Ungleichheitsverhältnisse eingesetzt werden können. Mixed-Methods-Designs können hier hilfreich sein und erfreuen sich zunehmender Popularität. Auch das Aufkommen von Mixed-Method-Designs konnte aber bisher das Spannungsverhältnis zwischen qualitativen und quantitativen Forschungslogiken nicht auflösen, was auch den Logiken des Wissenschaftsbetriebs geschuldet ist. Eine kritische Perspektive auf Wissenschaft, die Politikwissenschaft eingeschlossen, muss auch die Vergabepraxen von Forschungsförderorganisationen, weiter bestehende Geschlechterstereotypen in Forschungsdesigns und bei Karrieren (Berufungen, Denominationen, Publikationsnormen) auf den Prüfstand stellen, welche eine feministische Praxis im Wissenschaftsbetrieb bremsen können.

Schlagworte: Wissenschaft, Feministische Kritik, Geschlechterstereotyp

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Creating Knowledge the Feminist Way: The Achieved, the Ongoing and the Yet-to-do

Abstract

Methods in their diversity and their potential for interconnection form the inner framework of any research and determine to a large extent which knowledge may be obtained. An integral part of feminist scholarship is the reflection on what should be considered valid knowledge and why (epistemology), the theory and analysis on how research should gain knowledge (methodology) and finally how to specifically address concrete research questions (methods). This introduction concludes that epistemologies and methodologies can have a clear feminist profile, whereas every research method can be used for a feminist research interest as well as for the analysis of structural relations of inequality. Although mixed-methods designs are increasingly popular, they have not yet been able to resolve the tension between qualitative and quantitative research logics. A critical perspective on (political) science must also scrutinize the awarding practices of research funding organizations, continued gender stereotypes in research designs and in careers (appointments, denominations, publication norms), which can effectively put the brakes on feminist practice in the world of science.

Keywords: science, feminist critique, gender stereotype

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Bibliographie: Fuchs, Gesine/Graf, Patricia: Feministisch Wissen schaffen: Erreichtes, in Arbeit und immer noch zu tun, Femina Politica – Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 1-2021, S. 9-16.
https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v30i1.02

Literaturhinweise