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Reforming Masculinity? The SSR-Induced Change of Violence-Centred Masculinities in the Liberian Security Sector

Hendrik Quest

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Abstract


Leseprobe

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Abstract

When it comes to understanding how peacebuilding affects violence-centred masculinities that emerge during civil wars, the literature on gender and post-conflict reconstruction reveals large gaps. To address this shortcoming, the article analyses the way in which security sector reform (SSR) in Liberia has changed institutional practices of masculinity within the Armed Forces of Liberia (AFL) and the Liberian National Police (LNP). Based on interviews conducted during field research in Monrovia in 2017 and the analysis of policy documents, the author shows that, indeed, SSR has contributed to a change of violence-centred masculinities in both institutions. Women are now, to some extent, accepted as part of both organisations. Sometimes they are even regarded as crucial for mission success. Institutionally, citizen orientation has replaced the practice to abuse civilians and, in the case of the AFL, there are now procedures in place that allow for a prosecution of sexual violence. The Liberian case shows that for changes to occur, especially disarmament and demobilisation, vetting, and the development and reinforcement of new institutional cultures via training and legislation are essential.

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Männlichkeitsreformen? Über den durch SSR hervorgerufenen Wandel gewaltzentrierter Männlichkeiten in Liberias Sicherheitssektor

Zusammenfassung

In Bezug auf die Veränderung von im Bürgerkrieg entstandenen gewaltzentrierten Männlichkeiten durch Friedensbildungsmaßnahmen weist die Forschungsliteratur zu Genderfragen und Peacebuilding nach bewaffneten Konflikten große Leerstellen auf. Um diese Lücke zu schließen, analysiert dieser Artikel den Einfluss von Sicherheitssektorreformen (SSR) auf den Wandel von institutionellen Männlichkeitspraktiken in den Liberianischen Streitkräften (AFL) und der Liberianischen Polizei (LNP). Anhand einer Dokumentenanalyse und mit Hilfe von Interviews, die als Teil einer Feldforschung in Monrovia im Jahr 2017 geführt wurden, wird gezeigt, dass SSR tatsächlich zu einem Wandel gewaltzentrierter Männlichkeiten in beiden Institutionen beigetragen haben. Frauen werden nun, zumindest teilweise, als Mitglieder beider Institutionen akzeptiert und im Falle der LNP sogar als relevant für den Erfolg von Einsätzen angesehen. Auf institutioneller Ebene hat Bürger/-innenorientierung die vormalige Praktik von Menschenrechtsverletzungen an Zivilist/-innen ersetzt, und im Falle der AFL gibt es nun festgelegte Vorgehensweisen, die die Verfolgung von sexualisierter Gewalt erlauben. Der Fall Liberias zeigt, dass insbesondere Entwaffnung und Demobilisierung, Sicherheitsüberprüfungen (vetting) sowie die Entwicklung und Verfestigung neuer Organisationskulturen durch Training und entsprechende Gesetze zentral sind, um Wandel hervorzurufen.

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Bibliographie: Quest, Hendrik: Reforming Masculinity? The SSR-Induced Change of Violence-Centred Masculinities in the Liberian Security Sector, Femina Politica – Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 1-2020, S. 39-54. https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v29i1.04


Literaturhinweise