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Ausschluss trotz Einschluss. Ungleiche Handlungsressourcen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern

Uta Kletzing

Abstract


Leseprobe

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Zusammenfassung

Frauen in der Politik sind nicht mehr die Ausnahme, aber noch längst nicht die Regel. Auch nach 100 Jahren Frauenwahlrecht dominieren unverändert Männer und ‚Männlichkeit‘ den politischen Raum. Gender bahnt sich in Gestalt von Geschlechternorm, Geschlechterordnung und Geschlechterstruktur (Pimminger 2012) unverändert Wege, Ausschlüsse für Frauen zu erzeugen. Politikerinnen unterliegen daher gegenwärtig einer paradoxen Situation gleichzeitiger Einschlüsse und Ausschlüsse. Der auf einer empirisch-analytischen Untersuchung basierende Beitrag geht diesen Einschlüssen und Ausschlüssen am Beispiel hauptamtlicher Bürgermeisterinnen nach, indem er die Verteilung von Handlungsressourcen auf Kandidatinnen (Wahlsituation) bzw. Bürgermeisterinnen (Regierungssituation) und auf ihre männlichen Amtskollegen miteinander vergleicht. Die Verteilung der Handlungsressourcen ergibt für die Kandidatinnen bzw. Bürgermeisterinnen nachteilige Ausgangslagen. Diese geringeren Chancen auf Erfolg können jedoch dem tatsächlichen Erfolg der Kandidatinnen bzw. Bürgermeisterinnen nichts anhaben. Damit wird den ‚männlichen‘ Standards, die der Verteilung der Handlungsressourcen zugrunde liegen, einmal mehr ihre Legitimationsgrundlage entzogen.

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Exclusion and Inclusion – Unequal Resources of Women Mayors and Their Male Counterparts

Abstract

Although women in politics are no longer the exception, they are still far from being the rule. Even now, 100 years after women’s suffrage, the field of politics is still the domain of men and ‘masculinity’. Gender, in the form of gender norm, gender order and gender structure (Pimminger 2012), continues to find ways to exclude women. Female politicians therefore currently find themselves in the paradox situation of simultaneous inclusion and exclusion. This paper examines these inclusions and exclusions on the basis of an empirical-analytical survey, taking full-time women mayors as an example. It compares the distribution of resources among female candidates (election) resp. women mayors (government) and their male counterparts. The distribution of resources disadvantages the starting positions of female candidates and women mayors. The lack of opportunity, however, does not harm the actual success rates of female candidates and women mayors. These findings constitute a further challenge to the legitimacy of the ‘male’ standards applied to the distribution of resources.

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Bibliographie: Kletzing, Uta: Ausschluss trotz Einschluss. Ungleiche Handlungsressourcen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Femina Politica - Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, 2-2018, S. 95-110. https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v27i2.08


Literaturhinweise



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