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Gleichheit oder Gleichgültigkeit? Vom Ende der Regenbogennation

Rirhandu Mageza-Barthel, Beatrix Schwarzer

Abstract


Zusammenfassung

2008 berichtete die internationale Presse über gewalttätige Ausschreitungen gegen MigrantInnen in Südafrika. Die Massivität und Brutalität dieser Attacken standen im Gegensatz zu den Vorstellung über die neue Demokratie, die Gilroy (2005) als Hoffnungsträger einer multikulturellen Gesellschaft beschrieb. Die Regenbogennation, die auf den Grundsätzen von Gleichheit und Gerechtigkeit aufbaut, zeichnete sich am Anfang der Attacken vor allem dadurch aus nicht einzugreifen und die xenophobe Gewalt dadurch zu dulden. Im Artikel werden wir, vor dem Hintergrund der historischen und politischen Situierung Südafrikas als ehemalige Siedlungskolonie und heutigem Einwanderungsland, die Ursachen, den Verlauf und die Lokalität der xenophoben Ausschreitungen beleuchten. Wir gehen davon aus, dass die Attacken auf die fortwährend stattfindenden politischen und ökonomischen Ein- und Ausschlüsse gründen. Gleichzeitig hinterfragen diese Ausschreitungen, so unsere These, die Rolle des Staates als Ordnungsmacht und verweisen darauf, dass sich – trotz politischer Versprechen - die Lebensverhältnisse der Mehrheit kaum verbessert haben und die verfassungsmäßig garantierte Gleichheit in weite Ferne gerückt zu sein scheint. Wir werden der Frage nachgehen, inwieweit die Attacken auch als Indikator für ein Abrücken von Idealen der Regenbogennation gesehen werden können und damit eine Infragestellung der Grundsätze südafrikanischer Demokratie sein könnten.


Literaturhinweise



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