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Bewegung unter den Genossinnen: Zur Annäherung zwischen Sozialdemokratinnen und Feministinnen

Fabienne Amlinger

Abstract


Zusammenfassung

Außergewöhnlich spät, erst 1971, erhielten Schweizerinnen die politischen Staatsbürgerrechte. Zu diesem Zeitpunkt waren Feministinnen der Neuen Frauenbewegung bereits seit mehreren Jahren außerparlamentarisch aktiv. Mit dem Stimm- und Wahlrecht erweiterte sich nun ihr politisches Wirkungs- und Handlungsfeld grundlegend. Doch unter den mächtigen Parteien vermochte einzig die Sozialdemokratische Partei SPS, eine gewisse Anziehungskraft auf die Bewegungsaktivistinnen auszuüben. So traten einige von ihnen Ende der 1970er-Jahre denn auch der Partei bei. Der Beitrag geht der Frage nach, wie dieser Einschluss von Feministinnen in die SPS verlief – eine Partei, die mit ihren hierarchischen Strukturen den Organisationsformen der neuen Frauenbewegung diametral entgegenstand, deren Genossen sich immer mal wieder als „rote Patriarchen“ entpuppten und wo die Frauenfrage stets als Nebenwiderspruch behandelt wurde. Konnten die Feministinnen inhaltliche, programmatische und strukturelle Akzente setzen, wurden sie lediglich von der Partei vereinnahmt oder drehten sie dieser gar nach einiger Zeit enttäuscht den Rücken?

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Movement among comrades. Approchement between social democrats and feminists

Abstract

Only in 1971, Swiss women received political citizenship rights. At that time, feminists from the women’s liberation movement had been actively involved in non-parliamentary politics for several years. With the right to vote and the right for election, however, their field of political action was expanded fundamentally. But among powerful parties only the Social Democrats SPS appealed to activists. Thus, by the end of the 1970s, some of the activists joined the party. This article examines how feminists were included into the SPS – a party whose structures were completely different from the non-hierarchical women’s liberation movement, whose comrades often turned out to be ”red patriarchs“ and where gender issues were always treated as side contradictions. Were the feminists able to put emphasis on changes regarding content, program and structures of the party Did the SPS only incorporate them for the purpose of own interests? Did the feminists eventually turn their back on the party disappointedly?

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Bibliographie: Amlinger, Fabienne: Bewegung unter den Genossinnen: Zur Annäherung zwischen Sozialdemokratinnen und Feministinnen, Femina Politica, 1-2014, S. 37-49.
https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v23i1.16016

Literaturhinweise



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