Open Access Freier Zugang (Open Access)  Eingeschränkter Zugriff Zugang für Abonnent/innen oder durch Zahlung einer Gebühr

Amerikanische Sozialpolitik zwischen starkem Markt und starkem Staat

Margitta Mätzke

Abstract


Zusammenfassung

Dieser Aufsatz nimmt schlaglichtartig einige Schlüsselaspekte der Sozialpolitik-Entwicklung in den USA in den Blick und fragt an diesen Beispielen nach der Realität und den Erscheinungsformen von staatlicher Aktivität in der Sozialpolitik und ihrem möglichen Bedeutungsgewinn oder Bedeutungsverlust. Der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit liegt dabei auf den Sozialhilfeprogrammen, weil in ihnen der starke Staat am virulentesten Thema öffentlicher und sozialwissenschaftlicher Debatten geworden ist. Im Licht dieser Beobachtungen werden danach einige wichtige empirische und theoretische Annäherungen an das Thema staatliche vs. privatwirtschaftliche Organisationsformen der Daseinsvorsorge in international vergleichenden Gegenwartsanalysen betrachtet. Es wird deutlich, dass die durchgängig „wirtschaftsliberale“ Klassifizierung der USA im Kontrast zu den europäischen Ländern richtig sein mag, dass man mit ihr aber wichtige Aspekte US-amerikanischer Staatlichkeit – und hier vor allem die ausgeprägte Präsenz staatlicher Gebote und Vorschriften im Leben der Sozialleistungsempfänger – nur schlecht in den Griff bekommt. Das abschließende Fazit fragt nach den Implikationen für empirische Konzepte zur Erforschung von Markt und Staat in der heutigen Sozialpolitik.

Schlagworte: Sozialpolitik der USA, Staatliche Interventionen, US-Welfare Reform 1996, Sozialdisziplinierung, Liberaler Wohlfahrtsstaat

-----

Social Policy in the United States between Strong State and Strong Market

Abstract

This paper takes key elements of the United States’ welfare system as examples for analyzing manifestations of “activist government” in the country’s social policy processes. It asks whether we can observe growing or declining significance of the state in shaping welfare and redistribution. The focus of attention is on social assistance programs, because state intervention is most salient and most pervasive in this policy area. In light of observations in the social assistance field important theoretical and empirical approaches to the question of public or private organization of social protection, as they exist in internationally comparative studies of welfare state development, will be assessed. Classifying the United States solely as an instance of the liberal welfare regime, it turns out, may have some merit when ascertaining the contrasts between European and American cases. However, it is not well-suited for identifying important aspects of the state’s role in social policy. In particular, it fails to highlight the strong interventionist presence of state rules and regulations in the lives of social assistance recipients. In closing the paper interrogates implications for the development of more suitable concepts for the study of state intervention and market coordination in today’s social policy.

Keywords: US-Social Policy, State Intervention, US-Welfare Reform 1996, Liberal Welfare Regime, Ponitive Aspects of Social Assistance


Literaturhinweise



Volltext: PDF