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Bürokratiekritik in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung: Impulse für Verwaltungsreformen?

Dieter Grunow, Daniela Strüngmann

Abstract


Zusammenfassung

Der Beitrag stellt neuere empirische Untersuchungen zur Wahrnehmung und Bewertung der öffentlichen Verwaltung durch die BürgerInnen und zur diesbezüglichen Berichterstattung der Printmedien vor. Dabei wird zunächst gezeigt, dass die Bevölkerungsreaktionen nicht nur insgesamt ambivalent ausfallen, sondern dass auch die einzelnen Befragten Meinungs-Dissonanzen aufweisen, bei denen dezidierte Bürokratiekritik mit positiven Beschreibungen persönlicher Erfahrungen einhergehen. Dies führt zur Frage nach der potenziellen Bedeutung der Printmedien bei der Erzeugung von Urteilen und insbesondere von negativen Stereotypen über die öffentliche Verwaltung. Es kann gezeigt werden, dass es eine breite Berichterstattung gibt und dass diese überwiegend kritisch ausfällt. Da belegbar ist, dass die empirischen Daten ein – auch von der Verwaltungsmodernisierung kaum beeinflusstes – Dauerphänomen beschreiben, wird abschließend nach den Funktionen und Folgen dieses als „perpetuum mobile“ bezeichnetes Phänomen für das politisch-administrative System gefragt. In Form einer Thesensammlung wird der Prozess als dauerhafter Antriebsmotor für Reformen der bürgerbezogenen Verwaltungsarchitekturen skizziert.

Schlagworte: Bürger-Verwaltungs-Beziehungen, Bürgerbefragung, Bürokratiekritik, Berichterstattung in Printmedien, Stereotype über öffentliche Verwaltung

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Public and published criticism on bureaucracy: a catalyst for administra-tive reform?

Abstract

This contribution starts with a description of recent empirical studies about the opinions of citizens concerning public administration. The data show that the experiences and opinions are not only varying within the collective (popula-tion) but also within many individuals: their reaction combines reports about positive experiences with public services and harsh criticism with regard to bureaucratic features of public administration. This leads to the search for the origins of this criticism. As one of the possible sources studies about the „picture“ of public administration in selected print media are presented. The data show a rather high exposure of the citizens by articles about public administration. A large proportion of them are critical; many are including negative stereotypes. It can be shown that these empirical findings are stable over a long time. Therefore, they are interpreted as a „perpetuum mobile“. In the final section of the paper some theses about consequences and functions of this phenomenon are formulated – basically in the sense of a permanent propeller of administrative reform.

Keywords: Citizen-public administration relationship, citizen surveys, criticism of bureaucracy, media analysis, stereotyping bureaucracy


Literaturhinweise



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