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Im Dreieck der Arbeitsvermittlung – Agenturen für Arbeit zwischen Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- oder Prozessorientierung

Stefan Theuer, Frank Sowa

Abstract


Zusammenfassung

Analog zu vielen anderen europäischen Ländern wurde die deutsche Arbeitsvermittlung auf eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik umgestellt. Die Neuorganisation der Agentur für Arbeit führte u.a. zu einer hochgradigen Standardisierung der Arbeitsprozesse. Im Rahmen der Reformen testet die Bundesagentur immer wieder Veränderungen des Regelbetriebs und andere Arbeitsweisen in der Arbeitsvermittlung. Ein Modellversuch sollte darüber Aufschluss geben, ob ein positiver Zusammenhang zwischen der Anzahl der Vermittlungsfachkräfte und der Wirkung auf dem Arbeitsmarkt besteht. Ein zentraler Befund der qualitativen Evaluation des Modellversuches ist, dass sich die Veränderungen im Wesentlichen auf drei Bereiche konzentrierten: Arbeitsteilung, Kommunikation und Dienstleistungen. Vergleicht man überdies die Modelldienststellen untereinander, so sind drei Typen des Ressourceneinsatzes festzustellen: Die zwei Typen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorientierung folgen dabei dem „Kundenbild“ der Bundesagentur für Arbeit. Der dritte Typ Prozessorientierung legt besonderen Wert auf die internen Arbeitsprozesse der Agentur. In jedem der gefundenen Typen wird versucht die Arbeit und die Erreichung der Zielvorgaben zu optimieren. Es kommt jedoch auch zu nichtintendierten Nebenfolgen. Die drei Einsatztypen spiegeln zwar das grundsätzliche Spannungsverhältnis der Arbeitsvermittlung wider, aber unter den quasilaborähnlichen Bedingungen des Modellversuchs tritt dieser Effekt viel deutlicher zu Tage.

Schlagworte: Arbeitsvermittlung, Typen des Personaleinsatzes, Arbeitsteilung, Kommunikation, Dienstleistung

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The Triangle of Public Job Placement employment agencies between unemployed, employers and optimizing the work organization

Abstract

In the last decades, the German Public Employment Service was substantially reorganized. Like in many other European Countries, elements of New Public Management, especially an active labor market policy, were introduced into the Federal Employment Agency (FEA, Bundesagentur für Arbeit). As a result, the workflow of the placement personnel is now more standardized than in former days. It is quite normal for the FEA to test variations of its work organization. In this tradition, a pilot project tested the correlation between the ratio of placement personnel to unemployed clients and successful job placements with substantially increasing the number of placement personnel. The central findings of the qualitative evaluation of the pilot project indicate that the job placement agencies used the new and additional placement personnel in three different fields: The division of labour, communication and the supply of services. We also find that the agencies are divided in three specialized directions of human resource management. The first type focused on the unemployed, the second on the employers and the third used the new placement personnel to optimize the internal processes of work organization.

Keywords: puplic employment service, job placement, types of work organization, communication

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Bibliographie: Theuer, Stefan/Sowa, Frank: Im Dreieck der Arbeitsvermittlung – Agenturen für Arbeit zwischen Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- oder Prozessorientierung, dms, 1-2014, S. 215-235.
https://doi.org/10.3224/dms.v7i1.16244

Literaturhinweise



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