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Der Aufstieg multinationaler Unternehmen aus Schwellenländern. Staatskapitalismus in besonderer Formwellenländer

Andreas Nölke

Abstract


Zusammenfassung

In den letzten Jahren konnte eine starke Zunahme der Bedeutung von multinationalen Unternehmen von außerhalb der traditionellen Triade der Weltökonomie (Japan, Nordamerika und Westeuropa sowie Australien) beobachtet werden. Auffällig ist dabei, dass eine besonders enge Beziehung mit dem Heimatstaat ein typisches Merkmal vieler multinationaler Unternehmen aus Schwellenländern ist. Zum einen geht es dabei um binnenstaatliche Maßnahmen, die das Wachstum dieser Unternehmen in ihren Heimatländern befördert haben, z.B. durch finanzielle Unterstützung oder regulatorische Maßnahmen, die gezielt auf die Bedürfnisse dieser Unternehmen ausgerichtet waren. Zum anderen geht es um die Unterstützung durch den Staat bei der Multinationalisierung dieser Unternehmen, beispielsweise in Form von diplomatischer Unterstützung für den Zugang zu natürlichen Ressourcen in anderen Ländern oder durch die Aushandlung bilateraler oder multilateraler Abkommen. Abschließend wird kurz zusammengefasst, welches Konfliktpotential zwischen den großen Schwellenländern und den etablierten Wirtschaftsmächten sich aus diesem besonders engen Verhältnis von Staat und großen Unternehmen in Schwellenländern in den nächsten Jahrzehnten ergeben kann.

Schlagworte: Staatskapitalismus, Vergleichende Kapitalismusforschung, Multinationale Unternehmen, Schwellenländer

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The Rise of Emerging-Markets Multinational Companies: State Capitalism of a Special Kind

Abstract

During the last years, we have been witnessing a strongly increasing role for multinational companies from outside of the traditional triad of the world economy (Japan, North America and Western Europe, as well as Australia). It is striking that a particularly close relationship with the home country state is among the most important features of emerging markets multinationals. This relationship features two sides: On the one hand, home state governments have implemented several domestic measures in order to support company growth, e.g. via financial support or regulatory measures tailored towards the requirements of these companies. On the other hand, home state governments have supported the transnational expansion of these companies, for example via diplomatic means for the access towards natural resources in other countries, or via the negotiation of bilateral and multilateral agreements. The article concludes with summarizing potential conflicts between emerging powers and the triad, due to the particularly close relationship between emerging markets’ states and multinational companies.

Keywords: state capitalism, comparative capitalism, multinational companies, emerging markets


Literaturhinweise



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