Vertrauen in die Regierung bei jungen Erwachsenen unterschiedlicher Herkunft im Zeitverlauf 2003 bis 2005

Christian Babka von Gostomski

Abstract


Zusammenfassung

Die 2.599 Befragten des IKG-Jugendpanels verringerten ihr Vertrauen in das Handeln der Regierung von 2003 auf 2005 kontinuierlich. Ausgehend von dem Parteipräferenz-Ansatz, der Deprivationstheorie, dem Performanz-Ansatz und dem Konzept des sozialen Kapitals werden Hypothesen zur Erklärung des Vertrauens in die Regierung im Jahre 2005 entwickelt. Zusammen mit Kontrollvariablen werden diese in nach jungen Erwachsenen mit türkischem Herkunftshintergrund, mit Aussiedlungshintergrund aus den GUS-Staaten oder aus Polen sowie mit deutschem Herkunftshintergrund differenzierten, multivariaten Modellen überprüft. Gemäß den Annahmen des Deprivationsansatzes zeigt sich, dass insbesondere eine Wahrnehmung geringer Anerkennung der Eigengruppe in Deutschland mit Misstrauen gegenüber der Regierung einhergeht. Bei Aussiedlern und Deutschen hat zudem die Parteipräferenz für die an der Regierung beteiligten Parteien einen positiven Einfluss auf das Vertrauen. Zudem zeigen sich Ausstrahlungseffekte zwischen dem Regierungsvertrauen, dem Vertrauen auf eine rechtsstaatliche Behandlung, auf Absicherung und auf die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland.

Schlagwörter: Regierungsvertrauen, Erklärungsmodell, junge Erwachsene, IKG-Jugendpanel, Personen mit Migrationshintergrund

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Trust in the government from 2003 to 2005 among young adults with different ethnic origin

Abstract

The 2.599 young adults interviewed in the IKG Youth Panel show continuously decreasing trust in the government from 2003 to 2005. The theoretical frameworks to explain the trust in the government in 2005 are the approach of party preference, the theory of deprivation, the approach of governance performance and the concept of social capital. Hypotheses for the explanation of trust in the government in 2005 are developed. The hypotheses are tested in multivariate models using data from young adults with Turkish origin, from late migrants from the former Soviet Union and Poland (Aussiedler) as well as with German origin. The results show that in particular perceptions of low reputation of the in-group in Germany are associated with distrust in the government. If the late migrants from the former Soviet Union and Poland or the young Germans prefer the governing parties, then there is a positive influence on trust in the government. Furthermore there are spill-over effects between trust in government, institutional trust, trust in security by means of the welfare state and trust in economic stability in Germany.

Keywords: Trust in Government, explanation model, young adults, IKG Youth Panel, persons with migration background


Literaturhinweise



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