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Zur historischen Rekonstruktion von Erziehungspraktiken in Elternbiographien

Hans-Rüdiger Müller

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Abstract


Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund einer Interviewstudie zur Familienerziehung im Generationenvergleich geht der Beitrag der Frage nach, wie anhand von biographischen Texten, die anhand von themenzentrierten Interviews generiert wurden, ein Zugang zu Erziehungspraktiken möglich ist. Während ein ethnographischer Zugang zu pädagogischen Praktiken in der Regel auf Beobachtungen und Beschreibungen beruht, um die Praxis im modus operandi zu erfassen, ist in narrativen und reflexiven Interviewäußerungen der Akteur die Erziehungspraxis nur indirekt repräsentiert. Dieses methodische Problem, auf das man unvermeidlich dann stößt, wenn die soziale Praxis (z.B. weil sie vergangen ist) nicht beobachtbar ist, verweist in gegenstandskonzeptioneller Hinsicht auf das Verhältnis von Wissen und Tun bzw. von Diskursen und Praktiken. In einem ersten Schritt wird daher versucht, das Verhältnis von Diskursanalyse und Praxistheorie zu klären und den wechselseitigen Zusammenhang beider Gegenstandsdimensionen herauszustellen. Darauf folgt ein Abschnitt zu methodischen Konsequenzen, die sich aus den gegenstandstheoretischen Erörterungen ergeben. Mit dem hier vorgestellten methodischen Ansatz wird ein Weg zur Analyse berichteter und kommentierter sozialer Praktiken vorgeschlagen, um eine Brücke zwischen praxistheoretischen Gegenstandsbestimmungen und diskurstheoretisch fundierten biographischen und historischen Analysen zu schlagen.

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Bibliographie: Müller, Hans-Rüdiger: Zur historischen Rekonstruktion von Erziehungspraktiken in Elternbiographien, BIOS, 2-2016, S. 266-274. https://doi.org/10.3224/bios.v29i2.09


Literaturhinweise