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Auf dem Weg zum postmigrantischen Paradigmenwechsel? Eine Analyse von Repräsentationsbeziehungen religiöser Minderheiten

Daniel Männlein

Volltext: PDF

Abstract


Zusammenfassung

Die postmigrantische Perspektive versucht, das im gesellschaftlichen Umgang mit Migration vorherrschende Integrationsparadigma zu überwinden, indem sie den Blick auf das Zusammenleben in pluralen Gesellschaften richtet. Der vorliegende Beitrag thematisiert einen postmigrantischen Paradigmenwechsel als Programm zur soziologischen Erforschung und Theoretisierung von gesellschaftlichen Lebensrealitäten, die bereits von Migration und Vielfalt geprägt sind. Ein besonderer Fokus des Beitrags liegt auf den Aushandlungsprozessen von politischen Repräsentant*innen jüdischer und muslimischer Minderheiten im Kontext der deutschen Gesellschaft. Auf Grundlage von Expert*inneninterviews wird danach gefragt, ob und wie in einem konfliktiven Aushandlungsraum strategische Allianzen und Kooperationen zwischen religiösen Minderheiten, die zu stigmatisierten und marginalisierten Gruppen zählen, entstehen und wirken. Exemplarisch wird am Umgang mit Rechtspopulismus sowie an ihrer Erinnerungspolitik gezeigt, dass politische Repräsentant*innen kooperative Beziehungen im Sinne einer Postmigrantisierung pflegen, was einen gesamtgesellschaftlichen solidarischen Möglichkeitsraum eröffnet.

Schlagwörter: Postmigrantische Gesellschaft; Integration; Minderheiten; Religion; Migrationssoziologie; Solidarität; boundary work


Literaturhinweise