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Integration als Regierungsrationalität. Eine Diskursanalyse der deutschen Integrationspolitik

Florian Buchmayr

Abstract


Zusammenfassung

Integration gilt als das erstrebenswerte Ziel jeglicher Migrationspolitik. Ihre Notwendigkeit erscheint so selbstverständlich, dass auch Sozialwissenschaftler_ innen mitunter unreflektiert versuchen, ihre Arbeit in den Dienst der Integration zu stellen. Doch dieses Politikfeld gab es nicht immer, sondern hat sich in einer bestimmten historischen Epoche erst herauskristallisiert. Durch eine Diskursanalyse wird die Selbstverständlichkeit von Integration hinterfragt und denaturalisiert. Mit Michel Foucaults Konzept der Gouvernementalität wird anhand deutscher Gesetzestexte aus den letzten 40 Jahren aufgezeigt, wie sich Integration als eine spezifische Regierungsrationalität konstituiert und im Laufe der Zeit transformiert hat. Es zeigt sich dabei vor allem, dass Integration nicht als repressive, sondern als produktive und aktivierende Form der Machtausübung funktioniert. Zum einen konstituiert sie sich angesichts der schwelenden Gefahr von Anomie und Desintegration als eine unausweichliche politische Rationalität. Zum anderen wird der Integrationsimperativ zusehends subjektiviert. Die zu Integrierenden werden zu produktivem Handeln angehalten. Das Integrationsrecht der vergangenen Jahrzehnte wird zur Integrationspflicht, welche die ständige Arbeit am Selbst für Migrant_innen zum Ideal erhebt.

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Bibliographie: Buchmayr, Florian: Integration als Regierungsrationalität. Eine Diskursanalyse der deutschen Integrationspolitik, Soziologiemagazin, 2-2016, S. 21-38. https://doi.org/10.3224/soz.v9i2.27280

Literaturhinweise



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