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Rationalität und Normativität

Johannes Marx, Christine Tiefensee

Abstract


Zusammenfassung

In den Sozialwissenschaften nimmt der Rationalitätsbegriff eine zentrale Rolle ein. Hierbei werden rationalitätsbasierte Theorien, insbesondere die Rational-Choice-Theorie, zumeist als Teil der positiven Politikwissenschaft verstanden. Gleichzeitig greifen jedoch auch normative Theorien der Politischen Theorie verstärkt auf Rational-Choice-Argumente zurück. In diesem Artikel untersuchen wir die Frage, wie ein solcher angeblich positiver rationalitätsbasierter Ansatz Verwendung in normativen Theorien der Politischen Theorie finden kann. Um diese Frage zu beantworten, unterscheiden wir zwischen einer empirischen und einer normativen Interpretation von Rationalitätszuschreibungen. Da, wie wir zeigen, das empirische Verständnis des Rationalitätsbegriffs den Einsatz von Rationalitätsargumenten in der normativen Politikwissenschaft nicht überzeugend erklären kann, argumentieren wir für eine normative Interpretation der Rationalitätsannahme. Der Artikel endet mit einer Betrachtung der Konsequenzen eines so verstandenen Rationalitätsbegriffs für die Verwendung von Rational-Choice-Argumenten in der normativen wie auch der positiven Politikwissenschaft.

Schlüsselwörter: Rationalität, Normativität, Ethik, normative Politische Theorie, positive Politische Theorie

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Abstract

The concept of rationality, predominantly in the guise of rational choice theory, plays a key role in the social sciences. Yet, whilst rational choice theory is usually understood as part of positive political science, it is also widely employed within normative political theories. In this paper, we examine how allegedly positive rational choice arguments can find application within normative political theories. To this effect, we distinguish between two interpretations of rationality ascriptions, one empirical, the other normative. Since, as we demonstrate, empirical readings of the rationality assumption cannot convincingly explain the role of rational choice arguments in normative theories, we argue that the rationality assumption should be given a normative interpretation. We conclude by considering what this result implies for the use of rational choice arguments in normative and positive political science.

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Bibliographie: Marx, Johannes/Tiefensee, Christina: Rationalität und Normativität, ZPTh, 1-2015, S. 19-37. http://dx.doi.org/10.3224/zpth.v6i1.19901


Literaturhinweise



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