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Armutsbekämpfung unter Globalisierungsbedingungen: Die entwicklungspolitischen Millenniumsziele der Vereinten Nationen als realistische Strategie von Global Governance?

Rainer Tetzlaff

Abstract


Zusammenfassung

An der Wende zum neuen Jahrhundert ist Armutsbekämpfung als Ziel von „großer Politik“ zu einem zentral wichtigen Thema geworden. Wieder einmal, möchte man sagen. Hatte nicht schon vor mehr als dreißig Jahren der damalige Präsident der Weltbank, Robert McNamara (Amtszeit 1968-1981), die Überwindung von „absoluter Armut“ in der Dritten Welt „bis zum Ende des Jahrhunderts“ zu einem vorrangigen Ziel der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) erklärt? Hatte er nicht von einer „Jahrhundertaufgabe“ der westlichen Welt (so der Titel seines 1974 erschienenen Buches) gesprochen, deren Bewältigung große Anstrengungen in Nord und Süd erfordern würde? Angesichts der akuten Gefahr, dass die Rivalen aus dem sozialistischen Lager aus der wachsenden Armut in der Dritten Welt weiter Kapital schlagen würden – der sozialrevolutionäre Umsturz auf Kuba war vor allem den US-Amerikanern als Alptraum präsent –, wurde Armutsbekämpfung als „weicher“ Bestandteil der westlichen Sicherheitsstrategie konzipiert und mittels Entwicklungsprojekten der Weltbank ins Werk gesetzt. In Hinblick auf die akute Terrorismusgefahr in ökonomisch labilen Ländern der Weltperipherie mit großem sozialem Sprengstoff (Naher und Mittlerer Osten sowie Nordafrika) könnte sich heute ein ähnliches sicherheitspolitisches Szenario ergeben – als Alternative zur gegenwärtigen US-amerikanischen Militärstrategie unter Präsident George W. Bush.

1. Einleitung: Globale Armutsbekämpfung – ein entwicklungspolitischer Konsens nach dem Ende des Ost-West-Konflikts – 2. Das Problem der regional unterschiedlichen Wachstums- und Einkommensentwicklung in der Welt: drei mögliche Ursachen – 3. Was wissen wir wirklich über die kausalen Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum und Entwicklungspolitik? – 4. Die UN-Millenniumsziele und Jeffrey Sachs Realisierungsplan, der „Armutsfalle“ zu entkommen – 5. Politische Hilfsbereitschaft und kapazitätsabhängige Hilfsfähigkeit der OECD-Staaten als Bedingungen erfolgreicher Armutsbekämpfung – 6. Die Finanzierungsversprechen von Monterrey 2002: Verheißung und Wirklichkeit – 7. Fazit und Ausblick

Schlagwörter: Armut, Globalisierung, Global Governance, Entwicklungspolitik, UN-Millenniumsziele


Literaturhinweise



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