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Ernst Jandl Online. Lebenswerk und Leben eines Werkes im digitalen Raum

Vanessa Hannesschläger

Abstract


Zusammenfassung

Dieser Beitrag hat die Plattform Ernst Jandl Online zum Thema. Nach einer Einführung zum österreichischen Schriftsteller Ernst Jandl (1925-2000) und zu bisherigen Ansätzen, sein Leben in verschiedenen Formaten zu präsentieren, wird das Konzept der Plattform dargestellt. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildet dabei die Frage nach dem Verhältnis von verschiedenartigen Egodokumenten zueinander. Ausgehend davon wird das biographietheoretische Konzept der Website skizziert, die sich einerseits auf das Modell der Anti-Biographie (Nye), andererseits auf die historischen Formen der Biobibliographik stützt. Unter Miteinbeziehung der Akteur-Netzwerk-Theorie und Pierre Bourdieus Biographieverständnis werden die konventionellen Ansätze biographischer Narration (Werk- und Leistungsschau, vom Geniegedanken ausgehende Meistererzählung und Entwicklungsgeschichte) hinterfragt und der Versuch beschrieben, sie mit dem datenbasierten Zugang der Plattform zu durchbrechen: Die Zersplitterung des Subjekts im digitalen Raum wird fruchtbar gemacht, indem die „Biographeme“ (Barthes) identifiziert, sichtbar gemacht und neu zusammengefügt werden. Das individuelle Zusammensetzen der Lebenspixel ist dabei Aufgabe der Benutzenden, wodurch der spotlight approach auf Biographierte und Biographierende gleichermaßen gebrochen wird.

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Bibliographie: Hannesschläger, Vanessa: Ernst Jandl Online. Lebenswerk und Leben eines Werkes im digitalen Raum, BIOS, 1+2-2015, S. 251-265.  https://doi.org/10.3224/bios.v28i1-2.14


Literaturhinweise



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