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Transatlantische Karrieren und transnationale Leben: zum Verhältnis von Migrantenbiographien und transnationaler Geschichte

Jan Logemann

Abstract


Zusammenfassung

Transnationale Biographien eröffnen wichtige Perspektiven für eine zunehmend global orientierte Geschichtswissenschaft. Am Beispiel der transatlantischen Karrieren von Paul Lazarsfeld und anderen europäischen Emigranten in den Vereinigten Staaten von Amerika untersucht dieser Aufsatz, inwiefern der biographische Zugriff unser Verständnis für die Mikroebene transnationaler Transferprozesse schärfen kann. Transnationale Biographik hat zahlreiche Anknüpfungspunkte in der neueren Migrations- und Transferforschung sowie in der Globalgeschichte. Kosmopolite Lebensläufe fanden hier bisher vor allem als „transgressive Biographien“ oder als „transnationale Mittler“ Beachtung. Aufbauend auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts Transatlantic Perspectives am Deutschen Historischen Institut in Washington wird die Bedeutung von „transnationalen Mittlern“ für drei zentrale Aspekte von Transfer- und Austauschprozessen herausgearbeitet: 1. die Bedeutung von Migranten für grenzüberschreitenden und reziproken Wissenstransfer, 2. die Bedeutung von Netzwerken für die Verstetigung und Nachhaltigkeit von Austauschprozessen, sowie 3. die Zentralität von aktiven Übersetzungsleistungen bei der Lokalisierung und Adaption von Wissen und Praktiken. Abschließend werden auch blinde Flecken eines solchen Zugangs zu transnationaler Geschichte kurz problematisiert.

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Bibliographie: Logemann, Jan: Transatlantische Karrieren und transnationale Leben: zum Verhältnis von Migrantenbiographien und transnationaler Geschichte, BIOS, 1+2-2015, S. 80-101.
https://doi.org/10.3224/bios.v28i1-2.05

Literaturhinweise



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